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Geschichte der Herrlichkeit Neersen und Anrath : mit besonderer Berücksichtigung des alten Pfarrbezirks Anrath mit den Dörfern und Ortschaften Neersen, Schiefbahn, Kehn und Clörath sowie des Schlosses und der Herren von Neersen
Entstehung
Seite
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333als Commissar und Executor nachstehender Commissorialbriefevom hochwürdigsten Herrn Adolph speciell ernannt, Allen undEinzelnen, an welchen oder an welche unser gegenwärtigesSchreiben kommen wird und welche nachstehende Sache berührt,oder auf irgend eine Weise in Zukunft wird berühren können,Gruß im Herrn. Wisset, daß wir vom genannten hoch-würdigsten Herrn ein Commissorialschreiben erhalten haben,folgenden Inhalts: Adolphus, durch Gottes Gnade der h.kölnischen Kirche 2c. dem ehrwürdigen, devoten und geliebtenofficial unserer kölnischen Curie meinen Gruß im Herrn. VonSeiten des ehrenhaften, devoten und geliebten Rectors undder Provisoren der Kapelle oder Filialkirche und der gesammtenCommunität, welche gewöhnlich genannt wird Sanct Hubertuff der Scheiffbanen in unserer Diöcese, ist uns mit demüthigenBitten auseinandergesetzt worden, wie genannte Kapelle so weitentfernt ist von der Mutterkirche in Anrath, daß die Umwohnervon St. Hubert kaum innerhalb zwei Stunden und in gleicher-weise andere, welche noch weiter nach Neuß hin wohnen, kauminnerhalb mehrerer Stunden ihre Mutterkirche in Anrath er-reichen können. Deshalb haben die Umwohner von St. Hubertda sie die h. Sakramente bis jetzt in genannter Mutterkirche,(weil der Rector genannter Kapelle sich des Facultas zur Aus-spendung derselben bisher nicht erfreute und dieselbe auch gegenwärtig noch nicht hat, empfangen und daselbst auch bis jetztbegraben werden mußten, sehr oft die größten Gefahren fürLeib und Seele gelitten und leiden sie noch. So seien neu-geborene Kinder ohne feierliche Taufe gestorben und in gleicherWeise schwangere Frauen und andere Personen, welche voneiner plötzlichen Krankheit befallen wurden, ohne Beichte,Communion und letzte Oelung dahin geschieden. Und vieleandere hätten so sterben müssen, wenn man nicht, da die Nothes gebot, zu andern angrenzenden Pfarrkirchen gegangen wäredie ihnen näher waren, als die Mutterkirche. Außerdem seies bekannt, daß die genannten Umwohner von St. Hubertihre Mutterkirche in Aurath behufs Empfang der h. Sakra-mente manchmal nicht ohne die größte Schwierigkeit und dengrößten Nachtheil erreichen könnten, zumal wenn die Noth siezuweilen zwingt, zur Nachtzeit und zur Zeit einer Sterblichkeit,oder wenn manchmal der Weg wegen schlechter Witterungdurch Regen, Schnee und Eis in schlechtem Zustande ist. Auch