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Geschichte der Herrlichkeit Neersen und Anrath : mit besonderer Berücksichtigung des alten Pfarrbezirks Anrath mit den Dörfern und Ortschaften Neersen, Schiefbahn, Kehn und Clörath sowie des Schlosses und der Herren von Neersen
Entstehung
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327einträglich betrieben. Ein Pferdemarkt, der zu Schiefbahn umMartini abgehalten wurde, verlor seit der Melioration desBruches seine Bedeutung und wurde in jüngerer Zeit gänzlichaufgehoben. Auch die Anzucht von Gänsen war, sowie inNeersen und der ganzen Niersniederung, eine bedeutende.Diese warf für den geringen Mann einen guten Gewinn abdurch Eier und Federn. Sprüchwörtlich und scherzhaft sagtman in hiesiger Gegend häufig zu einem Einäugigen: „Dusollst in Schiefbahn Gänsehirt werden.“ Hierdurch will manandeuten, daß ein Gänsehirt nicht alles sieht, resp. sehenwill, und manchmal, falls die Gänse Schaden anrichten, einAuge zudrücken muß. Auch die volksthümliche Auslegung vomLäuten der Glocken zu Schiefbahn: „Komm Gent, gangtGaas!“ ist eine Anspielung auf die ehemalige bedeutendeGänſezucht.Außerdem mußte das Bruch das Feuerungsmaterial, denTorf, liefern; die Asche davon wurde wiederum als Düng-mittel benutzt. Auch am Büttgerwalde waren viele Höfe desDingstuhles Schiefbahn betheiligt. Die Schiefbahner warenberechtigt, Laub, Streu und dürres Holz im Walde zu sammelnjedoch war dies mit Pferdekarren nicht gestattet.Schon die französische Regierung hatte eine Theilungder Brücher verursacht. Diese kam jedoch erst unter der preuß.Verwaltung zu Stande. Die Theilung der zwischen Neersenund Schiefbahn streitigen Gründe erfolgte erst im Jahre 1841durch die Bemühungen des Bürgermeisters Pfannenschmidund fing man schon im folgenden Jahre an, das Bruch theil-weise zu verpachten und zu kultiviren.Aus der im Jahre 1859 erfolgten Theilung des Hof-bruches erhielt Schiefbahn 12 pCt., das Gallbruch wurde1871 an Private verkauft und erhielt Schiefbahn 40 pCt.So ward das Bruch, welches Jahrhunderte hindurch derZankapfel der Grenznachbarn, aber auch die Ernährerin derganzen Gegend gewesen war, der Kultur übergeben, um nunim Dienste der fortschreitenden Landwirthschaft einen noch weithöhern Ertrag als früher zu sichern.Seitdem haben die agrarischen Verhältnisse einen neuenAufschwung genommen. Während früher, wo das Vieh imBruch sich selbst seine Nahrung suchte, an eine Stallfütterungnicht gedacht werden konnte, hat seit Einführung der Letzteren