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Geschichte der Herrlichkeit Neersen und Anrath : mit besonderer Berücksichtigung des alten Pfarrbezirks Anrath mit den Dörfern und Ortschaften Neersen, Schiefbahn, Kehn und Clörath sowie des Schlosses und der Herren von Neersen
Entstehung
Seite
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146um das Alter einer Kirche handelt. Kirchenpatron ist derh. Johannes der Täufer, resp. Enthauptung Johannes desTäufers. Diesen Schutzpatron treffen wir an sehr altenKirchen an. In älterer Zeit scheint neben diesem Schutz-heiligen auch der h. Heribert als Pfarrpatron verehrt wordenzu sein. In einem Tagebuche heißt es bei Gelegenheit einesBrandes: „Gott seye unendlich Dank gesagt, daß er unsereuralte pfahr Kirch sowohl als benachpahrte Häuser sub pa-trocino S. Heriberti et Jois, baptistae vor fernerer fewrs-gefahr und schaden behütet hatt.Die erste Kirmeß (Kirchweihfest) wird gefeiert 14 Tagenach Pfingsten. Die zweite am 1. Sonntag nach dem 24.August als nach Johann des Täufers Enthauptung.Für das hohe Alter der Kirche spricht auch der steinerneTaufstein. Derselbe ist sehr groß, und weiset hin auf jeneZeit, wo noch die Täuflinge untergetaucht wurden. Derselbehat von dem äußern Rand zum andern einen Durchmesservon etwa 113 Centimeter. Das Becken ist tief und ruhtauf einem runden Säulchen. Rund um dasselbe lagern viersich wiederholende Ungeheuer mit delphynartigen Köpfen undlöwenartigen Leibern. Die Zunge hängt weit heraus undwird nach der Spitze hin breiter. Auch springen auf denvier Seiten des Beckens vier roh gearbeitete Menschenköpfehervor. Kenner setzen das Alter des Taufsteines mindestensin's 10. Jahrhundert.In wie fern die Darstellung eines alten, kleinen Oel-gemäldes in der Pastorat, ein Zeugniß für das Alter derKirche abgeben kann, müssen wir dahingestellt sein lassen, dadas Alter jenes Bildes schwerlich festzustellen ist. Auf dem-selben erblickt man den h. Heribert. Vor ihm kniet KaiserHeinrich. Im Hintergrunde sieht man die Abtei Deutz. Unterdem Bilde stehen die Worte: „S. HERIBERTUS MONAS-TERII DVITIENSI ET ECCLESIAE ANRADIENSISFUNDATOR.“ [St. Heribertus, des Klosters zu Deutzund der Kirche zu Anrath Gründer.]Die jetzige Kirche ist nicht die ursprüngliche. Daß andieser Stelle einst eine andere Kirche stand, welche niedrigerals die jetzige war, ersieht man an der Ostseite des Thurmeswo sich noch die Einschnitte des ehemaligen Daches zeigenUeber diesen Einschnitten ist der Thurm sehr wohl erhalten