147der Tuffstein wenig verwittert. Hieraus ist zu entnehmendaß die frühere Kirche nicht sehr lange neben dem Thurmegestanden hat.Die frühere Kirche war, wie das schöne Portal amThurme zeigt, im romanischen Styl erbaut. Wir glaubennicht zu irren, wenn wir ihre Erbauung in das eilfte Jahr-hundert verweisen.Von den einzelnen Theilen des jetzigen Kirchengebäudesist wohl der südlich vom Thurme stehende Giebel aus Tuff-steinen in gothischem Styl der älteste. Seine Erbauung wirdbis in's 13. Jahrhundert hinaufreichen. Die übrigen Theileder Kirche sind jüngern Datums. Der Styl, sowie das be-nutzte Material (Ziegelsteine, darunter stellenweise sogenannteHolzbäcker) unterstützen unsere Ansicht.Der Thurm ist, wenigstens der untere Theil desselbenaus Tuffsteinen erbaut. Er hat eine Höhe von 180 Fußohne das Kreuz, welches 15 Fuß mißt. Der Knauf oderPinien=Apfel ist von Messing, das Kreuz aus Eisen.Das Dach, welches in älterer Zeit eine Kuppel bildetezeigt jetzt eine schlanke Pyramide, welche mit Schiefer gedecktist. Vor dem Thurmbrande 1840 deckten Bleiplatten dieSpitze. In Folge des beregten Brandes mußte der obersteTheil des Gemäuers neu aufgebaut werden. Dies geschah1844. Es ist dieser Theil die sog. Glockenstube. Es befindensich am Thurme 16 Schalllöcher, nämlich auf jeder Seite 4und 2 und 2 übereinander. Die Spitze macht ungefähr 1/3der Höhe des Thurmes aus.Vor dem westlichen Giebel des nördlichen Seitenschiffessteht das alte, jetzt nicht mehr benutzte Schulgebäude, worüberunten Näheres.Das nördliche Schiff zeigt Spitzbogen. Die Länge desSchiffes incl. Chor beträgt ca. 90 Fuß, davon kommen aufdas Chor ca. 28 Fuß in der Länge, die Breite beträgt 22Fuß. Am Mittelschiff, ebenfalls mit Spitzbogen, hat dasChor eine Länge von ca. 44 Fuß. Die Breite des Mittel-schiffes beträgt ca. 32 Fuß mit Einschluß der Säulen. DieLänge ohne den Thurm beträgt ca. 80 Fuß, also mit demChor 124 Fuß. Der Thurm ist im Innern ca. 24 Fußlang und 18 Fuß breit.
Druckschrift
Geschichte der Herrlichkeit Neersen und Anrath : mit besonderer Berücksichtigung des alten Pfarrbezirks Anrath mit den Dörfern und Ortschaften Neersen, Schiefbahn, Kehn und Clörath sowie des Schlosses und der Herren von Neersen
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