12 1- Abth. Karten, Pläne und Ansichten.
54. Matthaeo Merian giebt in seiner, circa 1650 erschienenen Topo-graphia Westphaliae, eine sehr hübsche und genaue Ansicht,doch scheint die Ausführung nicht ganz vollendet zu sein, dennes fehlt in dem leeren Schild das Wappen, auch sind nur zweiKirchen benannt, während der Raum für Benennung mehrererGebäude vorgesehen ist. Kupferstich J. G. Hertel exe. 20 : 32. —Bes.: P. Göring zu Düsseldorf.
Natürlich sind die meisten Ansichten Düsseldorfs vomRheine aus aufgenommen und ist es dadurch möglich, annährendihr Alter zu bezeichnen; bis jetzt zeigt keine Ansicht die flie-gende Brücke, welche erst 1689 (siehe J. W. Spitz) von PhilippWilhelm 1653—1690 angelegt wurde. 1839 erhielt Düsseldorfeine stehende Brücke. Weiteren Anhalt bietet das Schloss,welches 1794 abbrannte und mit provisorischem Dachstuhl ver-sehen wurde bis zum Wiederaufbau des nördlichen Flügels zumStändehaus 1845, den der Brand der Akademie 18. und 19. März1872 zerstörte.
Der Lambertus-Kirchthurm, welcher am 11. Januar 1815abbrannte; nach dem Wiederaufbau von 1815—1820 ein Kreuzals Helmspitze führte. Carmelitessen-Kloster und -Kirche ge-baut 1643; Jesuiten-Kirche 1622; Evang. (früher reform.) Kircheauf der Bolkerstrasse 1683, Thurm 1687; Franziskaner-Kirche1734. Der ehemalige Hafen (jetzt Freihafen) wurde zugeschüttet1834 u. s. w.
Nach dieser Ansicht von Merian sind später viele mehroder minder gute Wiederholungen herausgegeben, z. B. 55 und 56.
55. Mit Unterschrift: Düsseldorf ist die feste und volkreiche Haupt-und Residenzstadt etc. Das kurpf. SchloSs war von ResidenzzeitChur Fürst Joh. Wilhelms bis daselbst die Franzosen 1795 überden Rhein kamen und besetzten, sehr prächtig und mit einerkostbaren Gallerie versehn. Ohne Namen und Datum. Originellder Weinberg im Vordergrund des Bildes, der wohl mehr demstillen Wunsche des Künstlers als der Wirklichkeit entspricht. —Bes.: P. Göring zu Düsseldorf.
56. Kleinere Ansicht aus dem „erneuerten Merian", gezeichnet undgestochen von Grave, erschienen in Heidelberg. 8*/3 : 15'/>- —Bes.: P. Göring zu Düsseldorf.
57. Ansicht der Stadt vom j enseitigen Ufer. Lateinische und deutscheUnterschrift: Düsseldorf ist die Hauptstadt des Herzogt Bergenund ehemalige Residenz des etc., liegt an dem Einfluss derDussel in den Rhein zwischen Neuss und Kaiserswerth. Sie istschön und wohl befestigt und hat ein schönes Schloss etc. Anno1709 hat der Churfürst diesen zur Handlung sehr bequemenOrt zu vergrössern angefangen und denen Anbauenden dasBürgerrecht umsonst nebst 30jährigem Indul von allen Anlagenversprochen, auch einen Commercien-Rath aufgerichtet, darinnendie Streitigkeiten der Kauf leute ohne Verzug gerichtet werden.19 Gebäude benannt. Inneres Maass 15 :27. Kolorirter Kupfer-