Druckschrift 
Katalog der Ausstellung zur Feier des 600jähr. Bestehens Düsseldorf's als Stadt : unter dem Protektorate Sr. Kgl. Hoheit des Prinzen Georg von Preussen in den Räumen der Kunsthalle während der Monate August und September 1888
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Düsseldorf, die ehemalige Haupt- und Residenzstadt des Herzog-Jthums Berg, jetzt Hauptstadt des gleichnamigen Regierungs-bezirkes, zählt über 130 000 Einwohner. Dasselbe verdankt seinEmporblühen nicht wie die Nachbarstädte Elberf'eld, Barmen, Oret'eld,Gladbach und Duisburg, welche numerisch in ähnlichem Verhältnissegewachsen sind, ausschliesslich der Industrie, sondern vorzugsweisedem wohlbegründeten Rufe, den es als schöne Gartenstadt und Pflege-stätte der Kunst geniesst.

Wer möchte es der freundlichen, friedlichen Stadt ansehen, dassvornehmlich kriegerische Ereignisse und Gesichtspunkte die Grundlagefür die Entfaltung zur heutigen Blüthe bilden ? In Folge der blutigenSchlacht bei Worringen (1288 am 5. Juni), wo Graf Adolf von Bergmit dem Herzog von Brabant den Kölner Erzbischof Siegfried undseine Bundesgenossen schlug, erhob Graf Adolf in der Siegesfreudedas bis dahin ländliche Düsseldorf (unter dem 14. August 1288) zurStadt und Hess es, wohl mit Rücksicht auf die feindliche Nähe derKölnischen festen Stadt Neuss, mit Graben und Wall umgeben.

Die so befestigte Stadt hatte mannigfache Schicksale zu erfahren.1635 zündete der Blitz einen Pulverthurm, wodurch über 50 Häuserzerstört und mehr als 100 Menschen getötet wurden. 1758 geriethdie Festung nach der Schlacht bei Crefeld im siebenjährigen Kriegenach kurzem Bombardement in die Gewalt des hannoverschen GeneralsWangenheim. 1794 musste sie ein Bombardement durch die Franzosenunter Bernadotte aushalten, wobei das Schloss und eine Menge andererGebäude in Brand geschossen wurden. Im Frieden von Lunevillebeschloss man die Schleifung der Festungswerke, und nunmehr ge-stalteten sich in Folge eines besonderen Dekretes Napoleons dieehemaligen Wälle und Bastionen zu jenen herrlichen Alleen undSpaziergängen, welche noch heute eine Zierde der Stadt bilden.

Als Residenzstadt sah Düsseldorf im Laufe der Jahrhunderteden reichen Wechsel fürstlichen Hoflebens. Mit dem Tode des