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Katalog der Ausstellung zur Feier des 600jähr. Bestehens Düsseldorf's als Stadt : unter dem Protektorate Sr. Kgl. Hoheit des Prinzen Georg von Preussen in den Räumen der Kunsthalle während der Monate August und September 1888
Entstehung
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Herzogs Johann Wilhelm, dessen Hochzeit mit der schönenunglücklichen Jacobe von Baden 1585 mit ganz aussergewöhn-licher Pracht, Turnier, Mummenschanz, Feuerwerk und Lustfahrtenauf' dem Eheine acht Tage hindurch gefeiert worden war, erloschdas bergische Fürstenhaus. Die Stadt wurde nunmehr Residenz derpracht- und kunstliebenden Fürsten au3 dem Hause Pfalz - Neuburg,deren erster, Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm, zum Katholizismus über-trat. Von ganz besonderem Glanz und epochemachend für Düssel-dorfs Entwicklung als Kunststadt war die Eegierung des KurfürstenJohann Wilhelm (+ 1716), dessen Eeiterstandbild, von Grupellogegossen, noch heute den Marktplatz ziert. Was Pracht und Luxusanbetrifft, war sein Hof ein Abbild des glänzenden Musters Ludwig XIV.Die namhaftesten Künstler: Pellegrini, Milanese, van Douven, Schoon-jans Eachel Euisch, van der Meer, Adr. und Pet. van der Werff,Grupello etc. berief er an seinen Hof und gründete mit ihrer Hülfedie berühmte, jetzt in München befindliche Gemäldegallerie, welchewegen der Seltenheit ihrer Schätze (von Eubens allein zählte sie46 Gemälde) eine Menge Fremde nach Düsseldorf zog. Die Kunst-akademie ward 1769 von Kurfürst Carl Theodor, der selbst nichtin Düsseldorf residirte, sondern nur einige Male zu Besuch kam,gegründet und mit bedeutenden, noch jetzt vorhandenen Sammlungenausgestattet, ging aber im Laufe der schlimmen Kriegsjahre ein, bissie 1819 von der preussischen Eegierung neu gegründet und derLeitung von Peter Cornelius unterstellt wurde. 1826 trat andessen Stelle Wilhelm Schadow, der Gründer einer eigenenMalerschule. Um diese Zeit begann in Düsseldorf eine Epoche regengeistigen Lebens. Auf musikalischem Gebiete wirkten N. Burg-müller, MeHdelssohn, Schumann und Eietz; die berühmtenniederrheinischen Musikfeste haben sich ja bis in unsere Zeit erhalten.Unter Immermanns Leitung errang sich die Düsseldorfer Bühneein fast europäisches Ansehen. Es war die Zeit der Eomantik, dadie Künstler in fast übermüthiger Laune die Stadt zum Schauplatzprächtiger phantastischer Feste machten.

In neuerer Zeit hat die Stadt auch auf dem Gebiete der Industriesich einen guten Namen erworben. Wie sehr sie der Mittelpunkt desrheinisch-westfälischen Industrielebens ist, hat der glänzende Verlaufund Erfolg der grossen Gewerbe- und Kunstausstellung (1880) bewiesen.

Auch die Feier des 600jährigen Bestehens Düsseldorfs als Stadtdurch eine Ausstellung zu verherrlichen, wurde schon zu Anfang 1887