Druckschrift 
1 (1822) Stadt-, Garten- und Landgebäude Ihrer Hoheit der Frau Markgräfin Christiane Louise von Baden
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen
 

5

Fürst und die Fürstin den Wissenschaften und der Erziehung der Jugend widmen *), vorge-stellt werden.

Z W E Y T E N S.

Der an der Östlichen Grenze des Gartens befindliche Pavillon oder Speisesaal Ta]j. VI.Fig. 12 ist nach Art der Alten, zu einem von dem [Hauptgebäude etwas entfernt gelegenenkleinen Gesellschafts - oder Speisesaal bestimmt, in so fern man sich des zu grofsen Gesell-schaften bestimmten Hauptsaals im Palais selbst nicht bedienen will. Der Vorsaal dieses Ge-bäudes, -welcher in gleicher Ebene mit dem Hügel und dessen Communications-Weg (auf denvier Arkaden), gelegen ist, hat vorn gegen die äufsere Seite der Strafse, wo aufser derStadt eine sehr belebte Promenade vorbeyzieht, einen Balkon, und der darneben liegendeSpeisesaal ist, gleich einem Gewächshause, mit vielen Fenstern versehen, und kann darummit Blumen und Pflanzen aller Art belebt und verschönert werden. An diesen Saal stöfst eine;kleine Wohnung für eine Gesellschaftsdame, die mit dem Vorsaal ein symmetrisches Gebäudeformirt» In dem untern Stock, von wo aus man durch eine Thüre aus dem Garten undder Stadt tritt, sind Stallungen für verschiedenes Geflügel, als Pfauen, Schwäne, Enten etc.,die sich gerne in der Nähe des angrenzenden Teiches aufhalten, und diesen Theil des Gartensauf eine angenehme W 7 eise beleben.

Auf der andern südwestliehen Ecke des Gartens, welche mit diesem Pavillon in gera-der Linie, mit einem Haha oder mit einer in einem Graben stehenden Mauer, welche zu-gleich die Stadt schliefst, verbunden ist. Der gedachte Haha gewährt die freye Aus- undEinsicht in den Garten, so dafs dieser, von mehreren Punkten aus, mit dem Spaziergangeaufserhalb, mit dem daran stofsenden Gemüfsgarten und den umliegenden Feldern und Wald-parthien, ein Ganzes zu bilden scheint, liegt ein jonischer kleiner Tempel (Prostylos),Tab. VII Fig. 13, in welchem die Büste des seelig verstorbenen Herrn Markgrafen Friedrichaus cararischem Marmor, von dem berühmten Bildhauer Herrn Onmacht stehet.

£> R I T T E N S.

Die Orangerie, das wanne und kalte Haus Tab. V. Fig. 15 und- Dieses Gebäudestehet dem Hauptgebäude gegenüber auf der nördlichen Seite des Gartens, so, dafs die Sonnezu Mittag beynahe in einem rechten Winkel darauf fällt. Das in der Mitte befindliche Oran-gerie-Gebäude kann im Sommer, wenn die Orangen - Bäume herausgenommen -sind, auch

*) Ihre Hoheit die Frau Maikgfäfin stifteten ein weibliches "Erziehungs- Institut für arme Mädchen, welche von 10bis 14 Jahren alt in demselben aufgenommen werden, und einen zweckmässigen Unterricht für alle weibliche Axbeiteüerhalten.