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Die deutsche Gartenstadtbewegung : zusammenfassende Darstellung über den heutigen Stand der Bewegung
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kehren fernen, ttler auch unter den induftriellen Verbältniffen, welche diealte Form der FJauswirtfcbaft bis in ihre Grundfeften hinein erfdpütterthaben, das Familienleben in feiner alten Reinheit und Schönheit zu erhaltenwünfdjt, der muß das Familienbeim auf einen neuen Boden zu ver-pflanzen ftreben.

In wem follte der ttlunfcb nad) Wiederbelebung der alten Familien-bande lebhafter fein, als in den Frauen, denen dod) von altersber dieAufgabe zugefallen ift, Hüterinnen des r)aufes zu fein? In vielen Frauen befonders aus dem Ärbeiterftande bat der Gedanke der Unabänder-lichkeit ihres Scbickfals allerdings fo tief (üurzeln gefcblagen, daß ihnen derGlaube an einen ümfcbwung der Verbäitniffe verloren gegangen ift. Dumpfund ftumpf geworden, haben pe pcb in das Großftadtleben ergeben und lächelnungläubig, wenn man ihnen von einer Möglichkeit fpricbt, pch daraus zubefreien. Ändere aber begrüßen den Gedanken an diefe Befreiung alsetwas unendlich Schönes, das in ihr Leben tritt und diefem neue Form undneuen Inhalt geben kann.

3u diefen Frauen wird die Deutfcbe Gartenftadtgefellfcbaft nicht ver-gebens kommen, unter ihnen werden pch folcbe finden, die es wagen, ihrßeim aus der Großftadt in die Gartenftadt zu verlegen, die von vornhereineinfehen, daß nur auf ganz neuem Boden ihr Familienleben fich zu neuerBlüte entfalten kann. Es ift unendlich wichtig, gerade die Frauen zudiefer üeberzeugung zu erwecken, denn fie pnd in der Regel das konfer-vative Element in der Familie, das am zäbeften am Alten klebt, felbft wennes fcblecbt und voller Nachteile ift. Gegen den pafpven iXIiderftand derFrau vermag der Mann feiten etwas auszurichten, tüenn die Frau nichtf e 1 b ft für den Gedanken der Gartenftadt gewonnen ift, wird die Familieaus der Großftadt nicht herauskommen, Klenn die Frauen aber fich bewußtzu Trägerinnen der Gartenftadtidee machen, wenn pe einfehen lernen, daßnur unter ganz neuen Verbältniffen Gefundrjeit, Glück, Üüoblftand und Be-friedigung für weite Bevölkerungskiaffen zu pnden ift, dann hat die Garten-ftadtbewegung gewonnenes Spiel, dann wird der Gartenftadtgedanke keinfcböner Craum bleiben, fondern lebendige Wirklichkeit werden.

Gartenftadt und Volksgefundtyeit.

Von Obermedizinalrat Prof. Dr. Max von Gruber, Mündjen.

k rof. von Gruber bat in hervorragender ffleife in fflort und Sdjrift die Gartenftadt-bewegung gefördert; wir bringen nadjftetjend aus zwei feiner Vorträge eine vonit)m gutgeheißene 3ufammenfaffung.

Auf den Städten beruht beute die Weiterentwicklung unferes Volkes;gedeihen die ftädtifcben Bevölkerungen, dann gedeiht auch das Reich; ge-deihen pe nicht, dann muffen wir auch ohne unglücklichen Krieg von unferermilitärifcben, wirtschaftlichen und kulturellen ßöbe herunter! und da pchdies fo verhält, ift es eine fcblimme Sache, daß die ftädtifcben Bevölkerungenohne 3 w eifel krank pnd oder zum mindeften kränkeln! Wir alle, nichtallein die breiten Schichten, fondern alle bis hinauf in die oberften Sehn-taufend kränkeln körperlich und geiftig!

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