418 Codex. L» HL Tit. G. Qui legilimampersonam standi etc.
Sechster Titel.
Qui legitimam personam standi in judieiishabeant, vel non.
(Wer iie gesetzliche Befugnis», in den Gerichten aufzutreten, hat,oder wer sie nicht hat.)
1. D. K.Cordianus an Candida.Wenn der Präsident der Provinz gegen dich, als du dichim unmündigen Alter befandest und ohne Ermächtigung desVormunds gegen deinen Gegner aufgetreten warst, ein Urtbeilgesprochen hat, so hat Dag, was von ihm erkannt wordenist, keineswegs die Kraft eines Urtheils. Geg. d. 13. Dec.'239, u. d. C. d. K. Gordian. n. d. d. Aviola.
2. D. K. Diocletian. U.Maximian, u.die Cäsar, an Qtmacha.
Sowie ein Mündel unter Ermächtigung des Vormunds l"Sachen, welche Gegenstand eines Civilprozesseg sind, sowohlklagen, als belangt werden kann, so darf auch ein Minderjäh-riger mit Einwilligung des Curator einen Prozess sowohl an-stellen, als annehmen. Geg. d. 24. Dec, u. d. C. d. Cäsar.
3. D. K.Honoriut u. Theodosius an Julian., 2ten Proconsul
von Afrika.
Die Klage wegen des augenblicklichen Besitze» 23 ) kannvon jeder Person angestellt werden. Eine unter dem Vor-wand der [Wiedererlangung des Besitzes erschlichene Kl»"ge 2 *) aber darf der andern fPartei] nicht schaden, vorzüglichda der Prozess oline die Belangung einer den Gesetzen gemässdazu geeigneten Person begonnen zu sein scheint. Es hfl»aber eine gegen einen Minderjährigen erfolgte Belaiigung nichts»da dies richtiger gegen den Curator hätte geschehen sollen»Geg. zu Kavenna, d. 6. März 414, n. d. C. d. Consta nti«*u. Constans.
23) Momentaneae possessionis actio. Mit diesem und ähnlichenAufdrücken wird im Codex das inlerd. mtde vi (s. tit. C. 8- _*•/bezeichnet. Ueber den Grund dieser Benennung s. v. S »i"vigny in der Zeitschr. für geschieht]. K\»iss. VI. S. 2j5»Anm. 1. u. Zimmern a. a. 0. III. §. 144. Anm. 6. S. 43G '•Cebiigens findet sich eine vortreffliche Erläuterung dieser Stell»bei Gothofred. zu derselben im Th. C. IL. 6. unde vi 4. **•T. I. p. 460. ed. Hüter.)
24) Sti/j colore aulem adipiscendae (i. e. recuperandae) possessio'nis obreptilia petitio, d. h. ein durch falsche Angaben erschli-chene« int. unde vi. S. Gothofred. /. I. u. vgl. Uasil. t/l»19. 3. T. I. p. 392.