Druckschrift 
Dürers "Katharina Fürlegerin"
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

in die Sammlung des Grafen von Arundel kam. In diesem Zusammenhangbliebe zu untersuchen, ob nicht auch die Lilie, welche das Pariser Exem-plar der Fiirlegerin am Fenster, soviel man bei Dehio erkennen kann,zeigt, nicht auch ursprünglich ein Kreuz war.

Sehr viel weniger wahrscheinlich will mir der umgekehrte Weg vor-kommen, dass nämlich das Wappen von der Fiirlegerin am Fenster aufdie betende Füilegerin hinübergewandert ist. Warum sollte die Hand,welche zuerst das Bildnis der unerkannten Tucherin mit dem Fiirleger-wappen versah, gerade auf diese Familie gekommen sein? Man könntevielleicht darauf aufmerksam machen, daß das Bildnis der betenden Für-legerin in Frankfurt — das ich selbst für ein Düreroriginal halten möchte— zuerst auch das Lilienwappen getragen habe, das erst in ein Kreuz-wappen verändert wurde (vgl. oben die Bemerkungen aus dem Weiz-säckerschen Katalog des Städelmuseums). Aber wir wissen nicht, wie esmit diesem Frankfurter Bild zuging. Es kann zuerst und ursprünglichein Kreuz gehabt haben, das dann von einer Hand, die an der angeblichenInkorrektheit des Wappens Anstoss nahm, in eine Lilie verwandelt wurdeund diese wurde dann wieder in das ursprüngliche Kreuz zurückver-wandelt, wie es heute noch auf dem Bilde zu sehen ist.

Mit diesen Wappen (einmal mit dem Kreuz, einmal mit derLilie) schon versehen, müssen die beiden Füllegerinnen in die Arun-delsche Sammlung und auf den Vorlagentisch Wenzel Hollars gekommensein. Später, nach dem Uebergang in den Besitz des Engländers, ist natür-lich die doppelte Wappenbemalung ausgeschlossen.

43 ) Peltzer, Alfred, Albrecht Dürer und Friedrich II. von der Pfalz,Straßbnrg, Heitz, 1905.

Das Bild erschien auf der Nürnberger Dürerausstellung 1028(Katalog Nr. 104). Leider gibt die ganz undeutliche Wappenzeichnung aufdem Daumenring keine Aufklärung hinsichtlich der Person des Dargestellten.

44 ) Zucker sagt in seinem «Dürer» bei Besprechung der DiirerschenTncherporträts; «In der Tucherschen Familie scheint es damals Sitte ge-wesen zu sein, sich porträtiren zu lassen.»

*l>) Abbildung bei Schulz, Nürnbergs Bürgerhäuser und ihre Aus-stattung, beim Scheurlhaus. Das lang herabflutende, über der Stirn voneinem ganz ähnlichen Perlenreif zurückgehaltene Haar erinnert an diebetende Fiirlegerin.

4fi ) Die Kopie ist zur Zeit auf unserer Dürerausstellung (KatalogNr. 46) hier ausgestellt. Der obere Saum des Kleides zeigte wohl auchursprünglich nicht jenes dicke Schwarz, das heute auf der Kopie zu sehenist und die T: artigen Zeichen, welche man bei Hollar noch deutlich er-kennt, vollständig zudeckt, sondern war dunkelgrün, orange oder auchgolden. Die Pariser Kopie ist leider nicht in unsere Ausstellunggekommen.

G. !