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Sebastian Schedel, der Dürersche Unbekannte im Pradomuseum?
Entstehung
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Durch einen Zufall, wahrscheinlich im Zusammenhang mitSchedels Beamtung als Pfleger in Hersbruck, verwahrt dasStaatsarchiv Nürnberg eine, aus dem alten reichsstädtischenArchiv stammende, ursprünglich zur Bibliothek Sebastian Sche-dels gehörige Handschrift 38 , die Lebensbeschreibung eines rit-terlichen, fränkischen Haudegens, Willibalds von Schaumburg,aus der Zeit Kaiser Friedrich III. und Kaiser Maximilian I., derseine Dienste Herzog Karl von Burgund, den Markgrafen vonBrandenburg und dem Hause Oesterreich lieh und sich auchauf vielen Turnierplätzen Deutschlands finden ließ. Im Jahre1507 ließ er seine Erlebnisse durch einen unbekannten Schreiber,der sich mit der älteren, deutschen Literatur vertraut zeigt —so möchte er seinen Helden schließlich unter die Ritter vonKönig Artus Tafelrunde eingereiht wissen, ein andermal ver-gleicht er ihn mit Tristan — niederschreiben und das Werkmit «Figuren» ausstatten; in unserem Exemplar fehlen diese.Die Tatsache, daß diese Handschrift aus der HinterlassenschaftSebastian Schedels stammt, ist insofern von Bedeutung, als siezeigt, daß auch dieser Sohn Hartmanns nicht ohne Verbindungmit der zeitgenössischen Literatur war S!> .

Von Bilddarstellungen Schedels besitzen wir die schonoben erwähnte Porträtmedaille des Hans Schwarz vom Jahre1523, die auf dem Avers ihn selbst, auf dem Revers seineerste Ehefrau Barbara Pfintzing zeigt. Ein Schabkunstblatt vonG[eorg] Fjenitzer], bezeichnet «Sebastian Schedel Pfleger inSonder Siechen bey St. Peter Anno 1528», mit dem Peters-

'8 Nürnberger Handschriften Nr. 423. Auf Fol. 1« der Titel „Aller-ley Geschieht", darunter „Liber Sebastiani Schedels".

3» Vgl. über die Familie von Schaumberg, die im Besitze des eich-stättischen Erbkämmeramtes war, Rieder, Die vier Erbämter des Hoch-stifts Eichstätt. Dort auch Nachweis über einen Druck unseres CodexNach Gustav Freytag gehören die Aufzeichnungen zu den lehrreichsten,deutschen Biographien."

Die Kataloge der Schedeischen Bibliothek verzeichnen die Hand-schrift nicht; sie stammte also nicht aus dem Besitz des Vaters Sebastians.

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