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Der architektonische Stil im öffentlichen Park
16. KAP.
wohl auch wieder durch ein Bauwerk betonten point de vue leitet. Alle diese Entwick-lungen liegen noch im Werden vor uns. Einzelne der neuesten amerikanischen Riesen-parks, wie z. B. der Grand Park von Chicago, haben sich ganz dem regelmäßigen Stilezugewandt. Hier sind dann wieder in ganz anderer Weise als in England die großenSchmuck- und Parterreanlagen zur Bildung von Perspektiven in den Plan des Ganzenhineingezogen.
Frankreich hat seinerseits auch den Gedanken, die gewaltigen perspektivischen An-lagen seiner alten Parks neu zu beleben, aufgenommen. Die Neuanlagen, die Parisvom Trocadero über das Marsfeld zur Ecole militaire hinübergeleitet hat — einen altengrandiosen Plan des ersten Kaisers zum Teil durchführend — wirken noch einförmig,was wohl auch zum Teil der Jugend der Anlage zuzuschreiben ist. Doch verraten sienichtsdestoweniger etwas von der alten Großzügigkeit französischer Gartengestaltung.
Abb. 635Märchen-brunnen imFriedrichs-hain, Berlin,Vogelschau
Zeichnung
von Ludwig
Hoffmann
Neueste deutsche Parkschöpfungen ringen ebenfalls in werdenden Leistungen um die-sen neuen Stil. In den Kölner Parks, die eben unter der Leitung Enckes, eines Garten-künstlers, der sich früh von der einseitigen Anschauung des Landschaftsparks losge-macht hat, entstanden sind, herrscht der regelmäßige Stil fast überall vor. Der Schiller-park in Berlin und der Hamburger Stadtpark, beide noch im Entstehen, arbeiten mitgroßen Perspektiven (Abb. 633). Schumacher besonders, der Architekt des HamburgerParkes, hat einen imponierenden Versuch gemacht (Abb. 634), die großen Linien derPerspektiven und die regelmäßigen Anlagen der Schmuckteile und Sportplätze mitmalerischen Zwischenpflanzungen, besonders der Waldränder der Gesellschaftswiese, zuverbinden. Im einzelnen darf man auch versuchen, sich wieder italienischen Vorbildernzu nähern und sie dem modernen Geiste dienstbar zu machen. Ludwig Hoffmann hateben dem alten Landschaftsparke in Berlin, dem Friedrichshain, eine monumentaleEingangsanlage geschaffen, die bewußt an Motive der Frascativillen anlehnt. Schondas auch dort beliebte Dreieck des Terrains, hier durch zwei divergierende Straßengebildet, mochte den Erbauer dazu gereizt haben (Abb. 635). Der Stil der Säulen-halle, als Theaterrund gefaßt, die die breite Wassertreppe abschließt, erinnert inihren klaren klassizistischen Formen freilich mehr an Bauwerke wie das Kaffeehaus in