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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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16. KAP.

Rückkehr zu alten Gärten

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ständen wiederzugeben." Was aber den Künstler am meisten beunruhigte, das war dasstarke Eingreifen des Dilettantismus.Viel kann der Liebhaber im Garten tun," heißt esin der Vorrede,aber wenn er sich auf die wilde Bahn des Entwerfens großer Pläne begibt,so läuft er die sichere Gefahr, das Schicksal des Ikarus zu teilen" 32 . Das war nun zwar eineetwas pathetische Abwehr, aber Blomfield hatte mit seiner Sorge doch recht: das Inter-esse, das im englischen Volke so lange allein der botanischen Seite zugekehrt war, kehrtenun mit doppelter Freude zur eigentlichen Gartenkunst zurück, mit aller ehrlichen Ab-

Abb. 620Levens Hall,Baumverschnitt

Nach Triggs

sieht, beide zu verbinden. So leicht ließ sich aber die so lange unterbrochene Tradition nichtwieder anknüpfen, und auch die Künstler, auch die Architekten, mußten sich erst lang-sam in das neue Sehen hineinfinden, die Forderungen neuer Harmonie zwischen Hausund Garten entdecken. Der erste Erfolg der neuen Bewegung war das Studium deralten Gärten, die hier und dort alle Revolutionen noch überlebt hatten, alte Gartenhäuserwurden hervorgesucht, abgebildet und als Muster hingestellt, den alten Sonnenuhren,den bleigegossenen Statuen wurden Ehrenplätze zugewiesen, sie wurden nachgeahmtund nachgegossen. Vor allem aber kam der Verschnitt der Hecken und Bäume sofortwieder in Aufnahme. Die Hecke besonders war für das, was man aufs neue im Gartensuchte, Abgeschlossenheit, Heimlichkeit, Raumkunst, bald ganz unentbehrlich; undwenn das Allgemeinbewußtsein sich auch anfänglich mit zögerndem Staunen dem Baum-

29 Gothein, Gartenkunst II