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Tempel- und Teehausgärten
U.KAP.
drei kleinen Füchsen davor, daneben eine Chrysanthemumpflanzung, die mit Bambus-rohren gestützt ist, sind noch jetzt darin zu finden. Noch steht dies kleine stille Besitz-tum inmitten der Hauptstadt, aber, wie überall, wird sie auch dies bald verschlingen.Neben diesen Edelsitzen mit ihren Gärten vervollkommneten den Anblick der Städtenoch die Tempelgärten und die Anlagen um die öffentlichen Teehäuser. Zahllose Tempelund Teehäuser lagen um alle Städte, meist auf den Höhen ringsumher. Auch heute bil-den den schönsten Schmuck von Yeddo die Tempelgärten von Uyeno, Shiba und Nikko,alle drei sind Begräbnisstätten der großen Shogune der Tokugawa-Periode. Ihr GründerIyeyasu liegt in Nikkö; eine große Reihe von Steinstufen, inmitten alter Baumriesen,führt zu dem prächtigen Grabe empor. Sein Sohn legte dann im Norden der StadtUyeno und im Süden Shiba an, und je sechs seiner Nachkommen fanden in jedem dieserTempel ihre Ruhe. Als feierliche Zugänge zu den Gräbern selbst und den Tempeltorenpflanzte man gerne Alleen, die allmählich zu herrlichen Bäumen herangewachsensind. Ebenso liebte man es, unübersehbar lange Reihen von Torii, von Votivlaternenund Buddhabildern aufzustellen, sie zu zählen gehört zu den religiösen Pflichten derAndächtigen. Zu den japanischen Tempeln gehören außer den Heiligtümern noch einegroße Menge anderer Häuser, um welche Gärten lagen, die sich von den Profangärtenin nichts unterschieden, doch den Städten, bei denen sie liegen, schönsten Schmuckbieten. Und mit den Tempeln wetteifern in ihrer Gartenumgebung die öffentlichenTeehäuser; in Japan ist ein sehr geringer Unterschied zwischen einem Tempel undeinem Teehaus. Zu beiden eilt man, als einem angenehmen Zufluchtsort vor demGeräusch und dem Gewirr der Stadt; die schönsten Lauben, die auserwähltestenGerichte, die sanfteste Musik werden in dem einen und dem andern gewährt. DieUmgegend von Nagasaki schildert ein Begleiter Lord Elgins 53 . „Man schätzt, daßauf den Hügeln um Nagasaki 62 große und kleine Tempel und 750 Teehäuser liegen,die'dem Japaner, der Ruhe sucht, köstlichen Tee und wundervolle Aussicht bieten.Alte moosüberwachsene Treppen führen den Hügel hinan, und du trittst durch ehr-würdige Tore und breite Stufen empor zu einem feengleichen Raum, der auf einervorspringenden Spitze liegt, während hinter ihm Gärten und schattige Wäldchen auf-steigen, die zu Grotten führen, wo leuchtendes Wasser vom Hügel herabrauscht." Derbegeisterte Engländer läßt uns hier im Zweifel, ob er einen Tempel oder ein Teehausin dem letzten Bilde schildert. Doch sind es diese öffentlichen Gärten, die heute nocham meisten ihre alte Schönheit bewahren. Zu lange schon scheint der moderne Japanermehr als gleichgültig gegen seine nationale Gartenkunst gewesen zu sein. Hoffentlichweiß er, nun er allmählich ruhiger der großen Reform gegenüber geworden ist, nichtnur das Alte, soweit es noch besteht, zu schützen, sondern diese volkstümliche Kunstauch gegen die Einflüsse des Westens zu wahren und ihre Blüte nicht ganz ver-kümmern zu lassen.