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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
Entstehung
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14. KAP.

Gartensymbolik

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Abb. 573Schema einesBerggartens,Japan

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Nach Condor

bäume japanischen Augen leicht verständlich ausgesucht; Nr. i ist eine stattlicheEiche oder ein andrer Laubbaum im Mittelgrund, die vollkommen in Wuchs undSchönheit sein muß, um den Blick zuerst auf sich zu ziehen. Nr. 2 ist hier dievielgeliebte Kiefer, die auf der Insel steht, es folgt dann noch der Baum der Ein-samkeit (3), der Baum der Kaskade usw. Für den Baum des Sonnenuntergangs (5)wird gewöhnlich ein Ahorn ausgewählt, der so nach Westen gepflanzt ist, daß dieuntergehende Sonne seine roten Blätter durchleuchtet. Sieben solcher ausgesuchtenBäume muß ein vollendeter Garten haben. Wasser darf ihm durchaus niemalsfehlen, welcher Art er auch sei. Der See muß die Gestalt einer Schildkröte, einesKranichs oder andere bestimmte Formen haben. Das Hauptbild muß immer einWasserfall beleben, fließendes Wasser muß die Richtung von Osten nach Westenhalten, man bevorzugt flaches, aber schnell fließendes Wasser. Wenn es nichtim See seinen Ursprung hat, so muß ein Quell da sein, wo dieser nicht vor-handen, muß ein sich verlierender Fußpfad seinen fernen Ursprung andeuten.Wo aber kein Wasser zu beschaffen ist, da wird es wenigstens symbolisch an-gedeutet, durch überhängende Bäume, durch Flußsteine, durch ein Bett vonfeinem Sand; Lafcadio Hearn beschreibt sogar einen Garten, dessen Eindruck ersehr schön nennt, und der fast ganz aus Sand und Steinen bestand.Der Ein-druck, den der Zeichner beabsichtigte, war der der Annäherung an das Meer übereine Dünenkette."

Der andere, unumgänglich notwendige Schmuck jedes solchen Gartenbildes sind dieGartenbrücken, die nicht weniger reichhaltig an Formen und Materien sind als in China,

23 Gothein, Gartenkunst II