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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
Entstehung
Seite
351
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U.KAP.

Gartenschriftsteller

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Abb. 572

Suizenji-Park,

Kumamoto,

mit dem

künstlichen

Fujiyama im

Hintergrund

rechts

Fujiyama,

Japan

Phot.

dierende Kräfte, das männliche und das weiblicheJPrinzip, das aktive und das passive,das herrschende und das beherrschte. Diesem Prinzip entsprechend muß, wie in-allerKunst, so auch in der Gartenkunst verfahren werden. So wird dem Bilde Kontrast-wirkung und Proportion verschafft; einem Stein, dessen Gestalt ein männliches Prinzipinnewohnt, der eine hohe, aufrechtragende Form hat, muß ein weiblicher, ein liegenderflacher Stein als Gegengewicht gegeben werden. Neben einen hohen, breittragendenBaum auf einer Insel muß eine schlanke Laterne gestellt werden, neben die Hügeleiner bestimmten Form solche einer anderen gesetzt werden. Doch damit nichtgenug: Der von China überkommenen, suggestiven Art ihrer Phantasie, der Freudeam Symbolischen entsprechend, wurde jedem Gegenstand ein ganz bestimmtes Motivuntergelegt und eine Definition gegeben, die dann wieder in bestimmte Regelnzusammengefaßt werden mußten. Es wurde so eine Art Grammatik, eine Formen-lehre der Gartenkunst geschaffen, die begierig aufgegriffen und von den Nach-folgern Gokyogokus auf das genaueste und einzelnste ausgearbeitet wurde. Der Namedes Mönches Soseki, eines Vertreters der Zen-Sekte, und der Künstlerpriester Soamiim XV. Jahrhundert gelten als die bedeutendsten Lehrer und Vertreter dieser Kunst.Soami unterscheidet 12 Hauptarten von Binneriandschaften und Meerlandschaften.Bei jeder Anlage hat der Künstler zuerst bestimmte Kardinalpunkte ins Auge zufassen, und diese werden meist durch die Steine festgelegt, die man daher auch dasSkelett des Gartens genannt hat. Wir müssen hier dem Ostasiaten ein Mitlebenmit der Natur, besonders auch der unbelebten, zugeben, wie es der Europäernicht kennt.Bis du das nicht fühlen kannst, zu innerst mitempfinden, daß SteineCharakter haben, daß Steine Farben und Valeurs haben, kann sich die ganze künst-lerische Idee des japanischen Gartens dir nicht enthüllen" 45 , sagt Lafcadio Hearn.Soami unterscheidet schon See- und Flußsteine, gleitende und Wogensteine, Steine,die den Strom teilen, Steine, von denen er abfließt, Steine, an denen er sich bricht,Steine, die abseits stehen, aufrechtstehende und liegende Steine, Wasservögelgefieder-Trockensteine, Mandarinenentensteine, Drei-Buddhasteine, Sutrasteine, um nur diewichtigsten hervorzuheben. Später aber unterschied man 138 Hauptarten und mehr,