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Ret Loo
13. KAP.
Wilhelm III., dessen große Gartenliebe wir in England kennen gelernt haben,hat auch für Hollands fürstliche Gärten in dem letzten Drittel des XVII. Jahr-hunderts Vorbildliches geschaffen. Des Königs Leibarzt W. Harris gab auf Befehlund Anregung der Königin Maria, die ihren Landsleuten gerne eine gute Vor-stellung von Holland geben mochte, eine eingehende Schilderung des Landes, dieihn zu dem Schlüsse kommen ließ, „daß die Holländer eine große Beachtung undFreundlichkeit von uns verdienen". Durch ihn gewinnen wir ein anschauliches Bildder Gärten jener Zeit. Die Haupt- und Lieblingsschöpfung des fürstlichen Paaresin der alten Heimat war Het Loo (Abb. 542), zu dem Maria selbst den Grundstein
Abb. 541
Haus Neuburg,
Holland
gelegt hatte, und das sie beide, auch nachdem sie nach Hampton Court übergesiedeltwaren, niemals vergaßen. Het Loo wurde damals natürlich zum holländischen Ver-sailles gestempelt. Mit viel Geschick ist in das Terrain Bewegung hineingebracht,indem der Hauptgarten mit seinen 8 großen Parterres tiefer gelegt ist, mit einemTerrassenumgang versehen und nach hinten durch eine Eichenallee abgeschlossenwird, durch deren offene Mitte der Prospekt frei bleibt auf den etwas höher ge-legenen oberen Garten, der, mit einer halbrunden Galerie abschließend, mit einerReihe von schönen Wasserwerken geschmückt ist. Das italienische Renaissance-motiv des großen vertieften Parterres hatte ja auch der französische Garten mitGlück aufgenommen und häufig durchgeführt. Zwei große Gärten zu beiden Seitendes Hauses bewahren in Het Loo auch noch den Renaissancecharakter, den derganze Garten noch in vielen andern Dingen zeigt. Zu beiden Seiten des Mittelgartensliegen die Bosketts, die in ihrer zum Teil barocken Ausgestaltung sich viel mehr