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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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Entwicklung des holländischen Gartens im XVII. Jahrhundert 13. KAP.

same Mittelachse eines Seitengartens benutzt. Ganz eigenartig ist die große konzen-trische Boskettanlage, die einen festungsartigen Charakter trägt, und von der auslange Alleen das ganze Parkgebiet durchziehen. In Holland aber beschäftigte in demspäteren, für die Gartenentwicklung so wichtigen XVI. Jahrhundert der lange Befreiungs-krieg von der spanischen Herrschaft Adel und Städte noch so ausschließlich, daß wederZeit noch Sicherheit vorhanden war, das bedrohte offene Land mit der Friedenskunstder Gärten zu schmücken. Nach dem Waffenstillstand freilich äußerte sich der unge-heuere Aufschwung des Handels, der schon zu Beginn des XVII. Jahrhunderts Hollandzu den reichsten und blühendsten Ländern Europas zählen ließ. Vieles kam dann beidiesem Aufblühen des Landes zusammen, um eine Entwicklung aller Gartenkultur zuunterstützen. Vor allem der Kampf mit dem Meere um die Herrschaft des Landes. Zwarverdankten die Holländer schon seit dem XII. Jahrhundert die Sicherheit ihrer Wohn-stätten ihrer eigenen Arbeit, mit der sie dem Meere seine Schranken errichteten. Erstals der immer wachsende Handel das Kapital auch für das eigene Land kräftig undunternehmungslustig machte, begann man aber daran zu denken, der wachsenden Be-völkerung mehr Raum zu schaffen und dem Meere durch die sogenannte Einpolderungder Binnenwässer neue Landstrecken abzugewinnen. Dieses Land, das, tiefer liegend alsder Meeresspiegel, durch hohe Dämme geschützt wurde, brauchte breite Kanäle, um dasüberflüssige Wasser aufzunehmen und abzuleiten: Kanäle sind für das völlig ebene Landohne Gefälle die durchaus notwendigen Bewässerungsregulatoren. Sie wurden von jeherfür dies wasservertraute Volk neben den Flüssen zu bequemen Verkehrsstraßen. Einegroße Menge überaus fruchtbaren Landes gewann man so im Anfange des XVII. Jahr-hunderts durch Einpolderung einer ganzen Reihe dieser Binnengewässer. Eine regel-mäßige Bebauung verstand sich für Holland, das den Gedanken einer gleichmäßig ratio-nellen Bewirtschaftung am frühesten begriffen hat, von selbst; ihr ordnete man nicht nurdie Felder und Nutzgärten unter, sondern ebenso die Villen und Landhäuser mit ihrenGärten, die sich auf dem Polder in der Nähe der großen Stadt besonders gerne ansiedelten.Ein Beispiel mag hier für viele gelten. In den Jahren 162458 wurde das so-genannte Diemermeer von der Stadt Amsterdam trocken gelegt, ein großer Teil desgewonnenen Bodens wurde für Vorstadtvillen aufgeteilt. Jedes dieser nicht großenHäuser erhielt ein ebenfalls nicht sehr großes Gartenstück, das sich nach demKanal zu erstreckte. Dieser Kanal schloß die Gärten ab, diente als Verbindungs-weg und, neben einem jenseits laufenden Weg, als öffentliche Verkehrsstraße. Daman sich daran gewöhnte, in dem Wasser Verbindung sowie Grenze zu sehen, sogrenzte man sich auch gegen den Nachbar mit einem schmalen Kanal ab, so daß diemeisten Gärten von drei Seiten von Kanälen umgeben wurden. Diese Gärten warennun häufig nichts weiter als ein offenes Parterre, das als Mittelpunkt meistens einenBrunnen hatte und mit dem holländischen Sinn für äußerste Reinlichkeit, Zier-lichkeit und Nettigkeit im Stile der Zeit mit Buchs und bunter Erde ausgelegt wurde,die die Blumenbeete in reichen Mustern umgaben. Der Reichtum der Besitzer und derkleine Raum, der gerade solche Anlagen beschränkte, ließ sie an Schmuck soviel anhäufen,als nur irgendwie Platz finden wollte. Statuen, kleine Pavillons, vielfacher Heckenver-schnitt versuchten auch in diesen Gärtchen der dringenden Zeitforderung nach Abwechs-lung nachzukommen. Dem Bedürfnis nach größerer Ausdehnung in Parkanlagen, dasder einzelne nicht befriedigen konnte, kam man entgegen durch gemeinsame Anlagen