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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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13. KAP.

Caserta

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währt. Von hier fällt das Wasser 50 Fuß steil herab in ein Bassin, das mit Gruppen voncarrarischem Marmor, die Geschichte Dianas und Aktäons darstellend, geschmückt ist(Abb. 530). Weiter eilt es von Stufe zu Stufe, so dicht und überreich mit Marmorstatuenbesetzt, daß ihre weiße krause Fülle mit den schäumenden, springenden, stürzen-den Wellen sich zu verbinden, das eine starr gewordene Welle, das andere bewegteGestalt scheint, bis es zuletzt in einem großen Bassin mit Statuen, die den Hofstaat

Abb. 530Caserta, diegroße Kaskade

des Neptun darstellen, nahezu das große Parterre erreicht hat. Hohe Hecken begleitenden ganzen Kanal, Treppen von Marmorstufen führen am Ufer über die einzelnen Ab-sätze. Gewiß ein Anblick voll Majestät, besonders überraschend für den, der, die großedurchgehende Säulenhalle des Schlosses durchschreitend, im Rahmen des Tores ihn plötz-lich vor sich sieht. Doch ebenso wie das Haus mit seiner gewaltigen Ausdehnung ent-behrt die Kaskade der rechten Gliederung und fällt durch den Mangel an maßvollerÜbersicht auf. Man vergleiche nur mit Caserta Anlagen der guten Zeit wie Villa Aldo-brandini in Frascati, die gerade die weiseste Berechnung jeder Einzelheit zeigt, darumnie ermüdet und doch als Gesamtbild großartig einheitlich wirkt.