13. KAP.
Jakobsdal in Schweden
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Bayreuth besonders anzieht, ist die Atmosphäre von Friedrichs des Großen geist-voller Schwester.
Die Eremitage aber scheint um jene Zeit keine Ausnahme. Lesen wir die Garten-schilderungen in den Reisewerken um die Mitte des Jahrhunderts, so wird uns dünken,als wären die Lustschlösser samt ihren kostbaren Sammlungen und Gärten die eigent-lichen Etappen und Zielpunkte der Reisenden jener Zeit gewesen. Und das war nichtetwa nur in Deutschland so; auch in jenen Ländern, die sich eben erst für die Neu-gierde der Reisenden geöffnet hatten, wie die skandinavische Halbinsel und Rußland,begegnen wir den gleichen Bildern.
SCHWEDEN
IN Schweden hatte zuerst um die Mitte des XVII. Jahrhunderts die KöniginChristine ihr Land französischem Einfluß zugewandt. In den ersten Maientagen ihrerselbständigen Regierung hoffte sie, einen glänzenden Musenhof um sich zu ver-einigen; sie war es auch, die Andre Mollet, den Sohn und Mitarbeiter jenes Mollet,der unter Heinrich IV. in Frankreich arbeitete, nach Schweden berief, nachdemihn die Revolution aus England für eine Zeitlang vertrieben hatte. In Stockholmveröffentlichte Mollet 1651 sein theoretisch einflußreiches Buch „Le Jardin de Plaisir",
Abb. 519
Jakobsdal
Stich vonPerelle
das er der Königin widmete. Er sagt leider nicht, für welche Gärten er seine „Parterresen broderie, compartiments de gazon, bosquets" entworfen hat, doch läßt sich sein Stilam deutlichsten in einem der schönsten schwedischen Schlösser erkennen, das seit 1684nach dem Prinzen Ulrich den Namen Ulrichsdal erhielt, während es bei seiner ErbauungJakobsdal hieß. Das Schloß wurde schon 1642—44 erbaut (Abb. 519). Eine Reihe schönerStiche von Perelle zeigen den Zustand der Gärten, wie sie um die Mitte des Jahrhun-derts von Magnus Gabriel de la Gardie angelegt und von Königin Hedwig Eleonore,der Witwe Karls X., die das Schloß von 1669 an besaß, verschönert wurden. Die schwe-dischen Schlösser erhalten ihren größten Schmuck und Reiz von den großen Wasser-flächen ; meist umgibt das Meer oder einer der großen Seen das Haus, wie hier, von zwei