13. KAP.
Das japanische Palais
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Abb. 502Nymphenbad,Zwinger,Dresden
Aus Sachs.Kunst-denkmäler
Bädersaales gestaltet, ein tief gelegener, kühler Platz mit statuen- und brunnenbesetztenNischen zwischen Säulen und Pfeilern. Dem Saale gegenüber fällt über Stufen eine Kas-kade von der Höhe zwischen Statuen in ein halbrundes Becken. Die Mitte füllt ein sehrgroßes Bassin mit Springbrunnen, noch heute in seiner Verwahrlosung ein köstlichesBild (Abb. 502). Als die Schloßbaupläne sich mehr und mehr hinausschoben, wurden nunauch die Galerien zu Festzwecken gebraucht; man entfernte die Orangerie daraus undbenutzte auch den Gartenhof als Platz für Festaufzüge, Turniere usw.
Während der König sich mit seinen weitschauenden Schloßbauplänen beschäftigte,spornte er auch seinen Hofadel zu kostspieligen Bauten an. Sie bauten lustig darauflos, je kostbarer um so besser, dann wußten sie, daß der König daran Gefallen findenwürde, daß er ihnen die Besitzung teuer abkaufen und sie einer seiner Maitressenschenken würde. Das holländische oder japanische Palais (Abb. 503), so genannt um be-rühmter Porzellansammlungen willen, hatte sich der Minister Graf von Flemming er-baut, augenscheinlich mit dem Gedanken, daß, wenn des Königs Schloßbaupläne in Er-füllung gingen, ein herrlicher Gartenkomplex vom Schloß nach der Elbe und herüber zudem an der Elbe liegenden Garten seines Palais führen sollte. 1717 kaufte es der Königund ließ zuerst das Parterre nach der Elbe in sanften Terrassen abfallend anlegen.Später erhielt der Garten zur Seite des Palais und hinter dem großen Halbrund desFestungswalles, der als Aussichtspunkt für das Parterre galt, eine Erweiterung: einengroßen Kanal mit Wasserkunst, daneben geschmückte Bosketts, Theater und andereAnlagen.
Auf der andern, der südöstlichen Seite der Stadt hatte sich mitten im Walde schon inden achtziger Jahren des XVII. Jahrhunderts Johann Georg II. ein Jagdschloß angelegt,das heute mit seiner Umgebung den Namen des „Großen Gartens" trägt (Abb. 504).