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Palais Schwarzenberg
13. KAP.
Abb. 490
Palais
Liechtenstein,
Wien
I
Gemälde vonCanaletto
des unvergleichlichen Helden unserer Zeiten oder eigentliche Vor- und Abbildung derHof-, Lust- und Gartengebäude des durchlauchtigsten Fürsten und Herrn EugeniiFrancisci, Herzog von Savoyen, usw.". Nach des Prinzen Tode 1736 ging das Bel-vedere in kaiserlichen Besitz über. Vor- und nachher sah dieser Garten seiner Bestim-mung gemäß glänzende Feste. Im Jahre 1700 wurde am 17. April ein Maskenfestgefeiert, wie es Wien noch nicht gesehen; um den 6000 Masken Platz zum Tanzezu schaffen, baute man in den Garten hinaus einen gewaltigen Festsaal, bespannteihn mit 15 000 Ellen Leinewand und malte auf Wände und Decken ein riesigesBerceau, das mit Blumen bewachsen und mit Festons geschmückt war 37a . — DasXVIII. Jahrhundert hatte noch nicht verlernt, Feste zu feiern! Mit dieser Staffagemuß unser modernes prachtentwöhntes Auge diesen Garten bevölkern, um ihn ganzzu verstehen.
Der Nachbargarten des Prinzen, den der Graf Fondi-Mansfeld im Jahre 1694anlegen ließ, ging 1715 in den Besitz der Schwarzenbergs über, die Haus und Gartenerst vollendeten. Es galt hier, wenn auch einfacher, die gleiche Aufgabe zu lösen 38 .Der Garten hat hier nur das unten gelegene Schloß als Bauwerk zu berücksichtigen, vondem aus er von den reichen Parterres in Terrassen, mit wachsender Dichtigkeit undSchattenmassen der Bosketts, emporsteigt. Seine Schönheit besteht in der edel ge-gliederten Mittelachse des Wassers, das an den Futtermauern zwei figurenreiche Kas-kaden bildet und auf der obersten Terrasse in dem glänzenden Spiegel eines Bassins,das fast den ganzen Raum einnimmt, endet (Abb. 489).
Und ebenso, wie hier im Süden der Stadt das Belvedere einen Mittelpunkt für einGartenviertel gab, bildete das Haus, das sich der reiche Adam von Liechtenstein imNorden erbaute, mit seinen prächtigen Gärten (Abb. 490), einen Kristallisationspunkt