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Veitshöchheim
13. KAP.
Abb. 483Panlaner-k losler bei
München
Nach Wening
XVII. Jahrhundert wohl zuerst ausgebildet hat, die aber dem deutschen Gartendieser Zeit seinen oft grotesken, nahe an die Karikatur streifenden, aber immermalerischen Reiz verleihet. Das Veitshöchheimer Schlößchen war ursprünglich einZentralbau — ein typisches Jagdschlößchen. Es liegt auf erhöhter, balustraden-umsäumter, mit Kindergruppen geschmückter Terrasse, die ein kleines Parterreschmückt. Auch hier entfaltet sich der Garten wieder in seitlicher Richtung. Vier Längs-alleen zerlegen diesen Teil, der etwa den französischen Bosketts entsprechen würde, indrei gesonderte Partien. Von der Seitenfassade des Schlosses führt eine Fichtenalleezuerst bei einem Naturtheater vorüber, weiter an Bosketts mit Rundtempeln und Sta-tuen bis zum Ende, wo in der Ecke ein schönes achteckiges Gartenhaus liegt, dessenUnterbau als Grotte behandelt ist. Auch die zweite Achse führt durch Bosketts mittempel-, brunnen- und statuengeschmückten Rundplätzen. In dem dritten Teil liegtinmitten Hecken und Bosketts ein sehr großes längliches Bassin mit ausgeschweiftemRande, mit einer kühnen Pegasusgruppe in der Mitte, die ursprünglich farbig ange-strichen war, was das Malerische dieser Gruppe bis zum Grotesken erhöht haben muß.Ein kleiner Wasserspiegel schließt diese Achse ab. Queralleen verbinden die Längs-wege, so daß überall von den Kreuzungspunkten Bilder von Tempeln, Wasserspiegeln,Kaskaden und Sommerhäusern sich erschließen. Es ist zu bedauern, daß der Hecken-verschnitt, der noch 1830 37 vorhanden war, heute, ebenso wie der Baumwuchs, nichtmehr im Stile gehalten ist, denn gar leicht könnte dieser Garten mit Hilfe von Zuchtund Schere seinen ganzen ursprünglichen Charakter zurückerhalten. Daß bei diesemAufblühen geistlicher Machtentfaltung die Klöster nicht zurückblieben, kann nur er-wartet werden. Haben sie doch damals in Stil und Schmuck von Kirchen und Refek-torien das Höchste geleistet, was die Kunst an Pracht erreichen kann. Dem mußtenund sollten auch die Gärten entsprechen. Längst war man von den einfachen Gesetzender Nutzgärten abgewichen und legte sich kostbare Ziergärten an, die ihren Sonder-charakter höchstens in der Nötigung der Abgeschlossenheit durch hohe Mauernzeigten (Abb. 483).
So bedeutend diese geistlichen Staaten besonders für die mittleren Gebiete des Deut-schen Reiches waren, so hatten sie doch etwas Plötzliches und darum auch Unbeständigesin ihrer ganzen Erscheinung. Sie bieten uns daher auch, wie so oft in Deutschland,gleichsam nur einen überraschend reichen Querschnitt in dem Entwicklungsbilde der
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