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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
Entstehung
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Würzburg

13. KAP.

mit voller Absicht genau die Mittelachse des Schlosses gerichtet, hier also hatte sich derZiergarten zu entfalten, der hinter dem Parterre seinen gegebenen Abschluß in der er-höhten Rampe der Festungsterrasse fand, die in dem ersten Entwurf durch zwei Lust-häuschen gekrönt war. Der zweite Festungszipfel wurde als Gemüsegarten eingerichtet,unter dem sich Bosketts, das Labyrinth, die Orangerie entfalteten. Wieder ergab sichdadurch für den Garten eine seitliche Entwicklung, die man in den mitteldeutschenAnlagen so gerne anwandte. Ähnlich wie in Würzburg benutzte auch der MannheimerSchloßgarten, der etwa zu gleicher Zeit entstand, die Befestigungen zu seiner Plan-gestaltung, doch entsprechend dem auf äußerste, schematisierte Regelmäßigkeit an-gelegten Grundplan der Stadt mußte auch der Garten sich entfalten, der sich daher inziemlicher Einförmigkeit in drei Festungszipfel hineinpaßt; die Fülle einzelner Par-terres ist von einem die Festungsmauer begleitenden erhöhten Umgang begrenzt 35 . DerWürzburger Garten aber erhielt seine Vollendung und historische Bedeutung erst unterdem zweiten Nachfolger der Schönborns, Adam Friedrich von Seinsheim, der im Jahre1770 den ausgezeichneten böhmischen Botaniker Johann Procop Mayer als Garteninspek-tor berief (Abb. 477). Dieser erweiterte den Garten und gab ihm die zum großen Teil noch

Abb. 477

Schloßgarten,

Würzburg,

Gesamtplan

NachJ. P. Mayer