13. KAP.
Favorite bei Mainz
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und der erste Prunkteil, der seine leuchtende Wasserachse von dem Hauptbau zwischenden Pavillons zum Rheine herabführt, erinnert mehr als irgendein deutscher Gartenan das vielbewunderte französische Vorbild. Der Plan des ganzen Gartens aber isthöchst originell: der notwendige Rhythmus von dem Repräsentationsgarten zu größererIntimität ist hier durch ein Nebeneinander erreicht. Der mächtige, lebendige Stromaber faßt alles zusammen, wie ein gewaltiger Abschlußkanal, während die heitersteLandschaft ringsum den Rahmen bildet. Als im Jahre 1726 die 14 schönen Stiche vonSalomon Kleiner veröffentlicht wurden, schickte ihnen der Verleger ein Vorwort mit,in dem es heißt, „obwohl der allmächtige und allweise Schöpfer diesen Weltenbau in
Abb. 473Schloß Gaibach,Blick von derOrangerie
Nach S. Kleiner
der schönsten Perfektion dargestellt, so hat doch die Kunst, und zwar immer galanterund glücklicher, der Natur durch Anlegung prächtiger Gebäude und schöner Gärteneinige Beihilfe gegeben". Aber das „wegen seiner zierlichen Architektur nicht genug zubewundernde Werk", wie der Titel sagt, ging spurlos in den Stürmen der Revolutionzugrunde 25 . Der letzte Kurfürst von Mainz, der Koadjutor Dalberg, bewirtete nochim Jahre 1792 sechstausend Emigranten, denen im Garten ein prächtiges Fest herge-richtet wurde. Zum letzten Male öffnete die Favorite ihre gastlichen Tore dem Fürsten-kongreß am 19. Juli 1792 — am 21. Oktober zogen die Franzosen ein, und wenige Monatedarauf war alles dem Erdboden gleich gemacht 26 .
Während Franz Lothar noch an dieser Lieblingsschöpfung arbeiten ließ, wurde seinkleines Privatschlößchen Gaibach umgebaut 27 (Abb. 473). Es war noch ein Wasserschloßalten Stiles. Der Kurfürst ließ ihm den Schmuck des Grabens, fügte der Gartenfassade