13. KAP.
Herrenhausen bei Hannover
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Abb.'451Herrenhausen-Hannover,Gesamtplan
Stich vonJ. v. Sasse
des Kurfürsten, der geistvollen Sophie, mit ihrer Nichte Lieselotte, der Herzogin vonOrleans, unterhalten wurden; bei dem Interesse, das beide Frauen an den Gärten nahmen,wäre die Vermittlung eines unmittelbaren Rates, wenn auch nicht Planes, begreiflich. DerGarten zeigt eine der regelmäßigsten Anlagen, die wir kennen. Er macht den Eindruck, wieeines der Musterbeispiele in den Schulbüchern. Man merkt ihm eine gewisse Ängstlichkeitan, ja nichts von den Regeln und Vorschriften zu vergessen: zuerst die reichen Parterresmit dem Zentralbrunnen, dahinter vier fast quadratische Wasserspiegel, dann ein zwei-tes einfacheres Parterre mit zwei kleinen Pavillons, die heute verschwunden sind. Siebildeten die Überleitung zu den Bosketts, die je zwei von ganz regelmäßigen, sternför-migen Alleen, von hohen Buchshecken eingesäumt, durchzogen werden und im Zentrumje ein Bassin haben. Ein ganz großer, runder Wasserspiegel liegt am Ende der Mittelallee,während die beiden Seitenalleen zu zwei tempelartigen Gartenhäusern führen. HerrlicheLindenalleen umrahmen den ganzen Garten und begleiten den ringsum fließenden Ka-nal, der in der Mittelachse hinter dem runden Bassin eine halbrunde Ausbuchtung macht.Die erste, dem Schloß zunächst liegende Hälfte des Gartens trägt deutlich die Spurendes Einflusses der ersten Periode des Versailler Gartens. Genau an gleicher Stelle wiedort ist die Grotte angebracht; aber die Regelmäßigkeit verlangte eine entsprechendeAnlage auf der entgegengesetzten Seite, die sogenannten Kaskaden, auch eine Grotten-und Muschelwand, mit Wasserfällen und Springwassern belebt. Auch hier liegt rechtsneben dem Schlosse die reizende Orangerie, der auf der andern Seite ein Blumen- oder