13. KAP.
St. James' Park
201
Es ist nicht unwahrscheinlich, daß in dieser eigentümlichen Lage des Kanals sich hol-ländischer Einfluß geltend macht, denn gerade in Holland, wie später gezeigt werdenwird, läßt sich für diese Lage eine organische Entwicklung aufweisen. St. James' Park, derauch unter Wilhelm III. ausgebaut wurde, ist ein typisches Beispiel (Abb. 446): Der Kanaldurchzieht in langem Streifen seitlich den Park, gerade Alleen laufen um große Wiesen-flächen. Vor dem Hause liegen zwei große Rasenstücke, auch von Bäumen umgeben. Dieseitliche Palastfront schaut auf einen Ziergarten mit reich ausgelegten Parterres, die Bos-ketts treten ganz zurück. Doch trotz der ganz unfranzösischen Gestaltung des Parkes be-hauptet sich die Legende, daß auch zu diesem Garten Le Nötre den Plan entworfen habe.
Abb. 446
St. James' Park
Stich'von Kip
Von der Art der englischen Parterres, die den Rasen selbst bis zur Einförmigkeit be-vorzugen, ist schon gesprochen worden. Mehr noch als in Frankreich wird die vollkom-men ebene Lage des Gartens als erstes Erfordernis seiner Schönheit angesehen, und dar-um hat sich auch in späten Gärten häufig noch der Aussichtshügel erhalten. Am Hauseaber liebte man auch hier eine erhöhte, häufig mit Balustrade versehene Terrasse. Wobergiges Terrain Terrassenanlagen gebot, wie häufig in Schottland, aber auch in bedeu-tenderen Gärten Englands, benutzte man sie auch, aber erstaunlich selten, zu Kaskaden.Eine Eigenart der englischen Renaissancelandhäuser bedingte häufig eine Anlage vonFrontgärten. Man näherte sich dem alten Tudorlandhause immer durch einen Vorhof;bis an diesen fuhren die Wagen, und die Besucher des Hauses mußten dann zu Fuß einenzweiten Hof auf gepflasterter Steige durchschreiten. Zu beiden Seiten waren hier Rasen-plätze mit Brunnen oder wohl auch Parterres angelegt. Erst um das Jahr 1700 begann
■■^Hm^HI^^H^H^^a^Hn