12. KAP.
Weitere Schicksale von Versailles
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Und doch bedeuten diese Bilder schon eine Regeneration der Gärten, denn sie warenvorher so verwahrlost, daß es wohl notwendig war, daß man zu einer gründlichen Neu-bepflanzung schritt. Trotz alles neuen Modegeschmackes aber war Le Nötres Geist immernoch mächtig genug; man wagte es nicht, an seinem Grundplan zu rütteln, nur hier undda ließ man in einzelnen der Bosketts der romantischen Laune den Zügel schießen; soentstand damals j ener, ,Naturf eisen", den der Maler dieser Bilder, Hubert Robert, entwarf,um den armen weißen Gruppen aus der Grotte eine Unterkunft zu bieten (Abb. 438).Erst im Jahre 1817 ist dann das Boskett der Königsinsel, das allerdings längst zu einembösen Sumpf geworden war, in einenkleinen malerischen Blumengarten umge-wandelt worden. Natürlich war die jungePflanzung des Gartens nicht dazu angetan,Ludwig XVI. zum Aufenthalt zu reizen,selbst wenn sein Geschmack ihn nicht diesteife Regelmäßigkeit hätte verabscheuenlassen. Da kam die Revolution, die brüllen-den Horden hatten den König und seineFamilie von Versailles abgeholt. Der Kon-vent beschloß, Schloß und Garten zu zer-stören. Es muß aber etwas Zwingendes inder Größe der Schöpfung gelegen haben,die dies Königsschloß, trotzdem der Haßdoch am meisten sich hätte darauf werfenmüssen, vor dem Untergang bewahrte.Sein kluger Gartendirektor schlug vor, umden Garten zu retten, die Bosketts zuKulturzwecken für Gemüse- und Kartoffel-felder zu benutzen, das beruhigte die Ge-müter, und man sprach nicht mehr vonZerstörung. Freilich schlief der Gartenmehr und mehr ein; das XIX. Jahr-hundert sah in ihm im besten Falle nureine großartige Reliquie. Erst allmählichsuchen, was von der alten Zeit sich herübergerettet hatte. Die jüngste Bewegung zu-gunsten des alten Gartenstils hat auch diesem Riesen wieder zu einer Art von Auf-erstehung verholten, man hat restauriert, was noch zu halten war, die Parterres er-strahlen wieder in köstlichem Blumenschmucke, eine tausendköpfige Menge wird mo-natlich zu dem Schauspiel der springenden Wasser herausgelockt. Und wenn auch demBilde der Reichtum der Skulpturen, die Buntheit der Staffage der Königsaufzüge, diegrünen Wände der hohen Hecken, und leider den meisten Bosketts ihr herrlicher Schmuckganz fehlt, so ist doch den Franzosen wieder zum lebendigen Bewußtsein gekommen,welch ein großes Vermächtnis ihres grand siecle ihnen in Versailles geblieben ist.
Abb. 439Vasenschmuckim französischenGarten
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ann man in den Bosketts umher zu