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Weitere Schicksale von Versailles
12. KAP.
becken erst den größten Teil seines Skulpturenschmuckes, den allerdings Mansart schongeplant hatte. Bald aber fühlte sich der König in Versailles, das für ihn zu weit und dar-um öde war, unbehaglich. Er zog sich immer häufiger nach Trianon zurück, namentlichnachdem das flüchtige Verhältnis mit Madame de Pompadour ein festes geworden war.Auch jetzt mußte des Königs Umgebung immer auf etwas Neues sinnen; es war das„Martyrium", das die Maitresse auf sich genommen hatte, denn ihre Aufgabe war es, diegähnende Langeweile, die sich des Königs und des Hofes bemächtigt hatte, zu vertreiben.Schon damals drang die Sehnsucht nach „ungekünstelter" Natur in das Hofleben ein,
Abb. 438
Versailles, die *}
Apollogruppen
in ihrer heutigen
A ufStellung
Phot.
4UH
und schon Ludwig XV. richtete sich in den Dachzimmern von Trianon einen Geflügel-hof ein und ließ sich ,,la petite menagerie" erbauen, eine Meierei, einen Kuhstall, einenSchafstall und eine Molkerei mit zierlichen Anlagen, die den Einfluß einer neuen Zeitschon ahnen ließen. Im Jahre 1759 ließ er sich dann in der ewig vergeblichen Hoffnung,in größerer Enge innere Ruhe zu finden, Klein-Trianon erbauen (Abb. 437), das damalsnoch eine regelmäßige Gartenanlage erhielt. Dieses Schlößchen ist später ganz mit derPerson Marie Antoinettes verwebt und ist als die Geburtsstätte des englischen Gartensauf französischem Boden anzusehen.
Was aber wurde aus Versailles ? Wir besitzen zwei Bilder aus dem Jahre 1775, die unsdie schreckliche Verwüstung der Gärten zeigen. Alle Hochbäume sind abgeholzt, zwischenden aufragenden trockenen Brunnen und umherlagernden Balken liegen die weißenLeiber der Statuen, hier und dort scheint noch ein Brunnen sein Wasser fließen zu lassen.
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