12. KAP.
Versailles' spätere Schicksale
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Parterres führten, einen besonderen Zug der Heimlichkeit, während zugleich eine herr-liche Aussicht auf der Höhe diesen Platz zu einem Liebling der Herren von Saint-Cloudmachte. Dieser Pavillon und die Kaskaden sind heute das einzige, was uns noch Kundegibt von den schönen Anlagen, die bis 1870 das hohe Seineufer schmückten. Der eigentlicheRepräsentationsgarten erstreckt sich westlich vom Schlosse, auch hier ist das Parterremit kleinen Kaskaden geschmückt (Abb. 436) und die aufsteigende Achse durchBrunnen bezeichnet.
Mit Le Nötre hatte der König seinen ältesten Arbeiter an seinen großen Schöpfungenverloren. Jedoch sein Geist wirkte fort, und der unermüdlichen Veränderungslust des
F5?M55u Abb. 433
,S.^Qf>w\\b Saint-Cloud,
ii> Ull ? l tWS. 1 Gesamtplan
Stich vonI. Silvestre
Königs standen immer eine Unmenge von Händen zu Gebote; bis zu seinem Lebens-ende erlahmte sein Interesse an seinen Gärten keinen Augenblick. Als er aber die Augenschloß und ein fünfjähriges Kind auf den Thron kam, drohte von Anfang an allen Schöp-fungen Ludwigs die größte Gefahr. Zwar hatte der Regent nicht so barbarische Absich-ten mit Versailles wie mit Marly, aber man fühlte doch bald, daß die Kleider des Riesenfür das kommende Geschlecht zu groß waren und immer mehr zu groß wurden. Aus derOpposition gegen Versailles bei Saint-Simon spricht allerdings mehr die allgemeine Ab-neigung, die er gegen den König empfand. Aber es wurden im Laufe der Zeit dochder Stimmen immer mehr, die seinem abschätzigen Urteil zustimmten. „Man kann dieFrische des Schattens nur dann erreichen, wenn man einen sengend heißen Platz über-schreitet, an dessen Ende einem nichts übrig bleibt, als bergauf und bergab zu steigen,wenn man überhaupt weitergehen will."—Die Gewalt, die überall der Natur angetanworden ist, wirkte jetzt abstoßend und widerwärtig. — „Die von allen Seiten im Übermaß