12. KAP.
Marly-le-Roi
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Hügels ein letztes Becken zeigte. Auf der großen Schloßterrasse erhob sich der reizendeMansartsche Bau, er war reich mit Fresken geschmückt, die vonLe Brun, Rousseau undseinen Schülern gemalt waren, mit einer Balustrade am Dach versehen und nur so groß,daß er die königliche Familie beherbergen konnte. Die ganze Mitte und Höhe nahm derachteckige Festsaal ein, und ringsum lagen vier kleine Appartements. Der Gedanke,der im Trianon de Porcelaine zuerst versucht wurde, ist hier ganz durchgeführt, unddamit war der erste vollendete Typus des Zentralbaues für Lustschlösser mit Eremitage-charakter geschaffen, ein Vorbild, das Europa im XVIII. Jahrhundert ins Endlose wieder-holt hat.
Zu beiden Seiten des Hauses lagen ursprünglich vier mit Fayence geschmückte Bassins,die später durch die sogenannten grünen Kabinetts ersetzt wurden (Abb. 419), hecken-umsäumte Räume, in denen die Damen an ihren Stickereien arbeiteten und italienischeNacht, „medianoche" genannt, feierten. Die Hofgäste des Königs waren in 12 kleinenPavillons untergebracht, die zu beiden Seiten des Gartens je sechs verkleinerte Abbilderdes Schlosses darstellten, auch sie waren mit Balustraden und Fresken geschmückt,jedesmal für eine kleine Menage eingerichtet und untereinander mit Berceaux verbunden,die sich halbkreisförmig um das Schloß bis zum Fuße der Kaskade zogen. Drei weitereAlleen trennten diese umrahmenden Pavillons von den offenen Wasserbassinterrassen:zuerst zierlich verschnittener Taxus, darauf kugelförmige Laubbäume, endlich kunst-volle grüne Portikus (Abb. 419 u. 420). So wird der Blick hinübergeleitet von dem breitenRepräsentationsgarten, der rauschender, gemeinsamer Geselligkeit gewidmet war, zuden kleinen separaten Pavillons, aus denen man nach hinten in die stillen, verschwie-genen Bosketts schlüpfen konnte (Abb. 422). Von diesen besaß das östliche Bosquet deLouveciennes eine Cascade champetre, ein Amphitheater, die Bäder der Agrippina, einenMusensaal (Abb. 419 u. 423), lauter reizende kleine Anlagen; auf der westlichen Seite um-schloß das Bosquet de Marly neben anderen hauptsächlich eine große Mailspielbahn,andere Spielplätze, wie eine Rodelbahn, ein Belvedere usw., waren in dem Bergpark an-gebracht. Nun denke man sich dies reizvolle Bild von einer Fülle von Statuen belebt;noch im Jahre 1753, als der Abbe Delagrive seinen Plan aufnahm, zählte er nahezu
Abb. 421Marly-le-Roi,Hintergartenund Kopf dergroßen Kaskade
Stich vonI. Rigaud
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