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Le Trianon de Porcelaine
12. KAP.
Marly zu ihrer Vollendung durchgeführt wurde und von da besonders in Deutschlandihren tausendfachen Widerhall finden sollte. Zu diesem Schmuck der Wohnzimmerstimmte der Garten, der von dem Gärtner Le Bouteux ausgeführt war. Auf diesen Ter-rassen sollten Blumengärten geschaffen werden, deren überreicher bunter Schmuckprächtig zu den blauen und weißen Fayencen stimmte, auch Bänke und Blumen-kästen waren blauweiß gemalt. Gerade weil in den anderen Gärten die Blumen in dengroßen, durch Wasser und Laubwerk gezeichneten Linien zurücktraten, wollte man sichhier diese neue variete schaffen. „Auf dem Parterre den Zimmern gegenüber", schildertFelibien, „sieht man vier Wasserstrahlen, welche sehr hoch aus der Mitte von vier auf
Abb. 417
Trianonde Porcelaine
Stich vonPer eile
Fußgestellen erhobenen Bassins springen. (Der Stich zeigt uns, wahrscheinlich richtig,nur zwei Brunnen.) Von diesem Parterre steigt man in einen anderen Garten, den manmit Recht den immerwährenden Aufenthalt des Frühlings nennen könnte, denn zuwelcher Zeit man auch hinkommt, ist er reich an allen Sorten von Blumen, und die Luftist dort immer erfüllt mit den W'ohlgerüchen von Jasmin und Orangen, unter denen manwandelt" 23 .
Ein großes Haus aus Holzkonstruktion war über einem Wintergarten errichtet, indem Orangen, Zitronen und Granatbäume in der Erde, von Hecken, von Myrten undJasmin umgeben, wurzelten. Der Duft der Blumen, der Tuberosen, Hyazinthen undNelken, war oft so stark, daß man es auf diesen Terrassen nicht lange ertrug, doch waralles so auf diesen Akkord des Blumenduftes hin abgestimmt, daß als schönster Schmuckdes Innern ein „Cabinet de parfum" eingerichtet war, in dem wohlriechende Blumen-düfte aller Art einen Einklang bildeten. Sehr charakteristisch ist es, daß die Gesandtenvon Siam, die 1686 in Versailles prunkvoll aufgenommen wurden, am meisten dies Ka-