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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
Entstehung
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Clagny

12. KAP.

Abb. 410

Clagny ,Grundriß

Stich vonPerelle

Gärten beschafft war, was eine Summe von etwa 17 Millionen Franken verschlungenhatte, war das Jahr 1680 herangekommen und der Stern von Madame de Montespanin starkem Niedergange. Wohl bewohnte sie das schöne Schloß noch eine Weile, undim Jahre 1683, nach seiner Heirat mit Madame de Maintenon, schenkte es Ludwigseiner früheren Maitresse. Aber die Pein der Demütigungen war doch auf die Dauerfür die stolze Frau unerträglich, im Jahre 1692 überließ sie alles ihrem Sohne, demDuc du Maine, und zog sich in ein Kloster zurück. Am Ende des XVIII. Jahr-hunderts wurde das verfallende Schloß ganz niedergerissen, heute ist keine Spur davonvorhanden. In Clagny hatte Mansart sein Probestück geleistet (Abb. 410): ähnlich wiein Versailles umschloß das Gebäude einen Binnenhof, dem ein sehr großer Hof vor-gelagert war, zu dessen Seiten Ställe und Küchengärten geschickt verborgen waren,diesen Vorhof schließen Gräben ab, ein Zeichen, wie schwer man sich von der altentraditionellen Vorstellung trennte, daß Gräben ein Schloß irgendwie hüten müßten.Durch Seitenflügel wird der Hauptkomplex des Gebäudes in den Garten vorgescho-ben, eine Lösung, die Mansart hier in kleinem Maßstabe, vorbildlich für die Ver-sailler Schloßerweiterung, schuf. Der Garten, den Le Nötre ,,in seiner Weise", wie Ma-dame de Sevigne schreibt, anlegte, und der so viel gepriesen wurde, soll doch nur der