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Le Roi Soleil
12. KAP.
Abb. 399
Versailles,
Thetisgrotte
Stich vonPerelle
Die große Terrasse, die sich unmittelbar vor dem Schlosse erstreckt, war dasSchmerzenskind Le Nötres, denn keine ist so oft in ihrer Anlage geändert worden.Ursprünglich trat man von der Zugbrücke über den mit Balustraden gesäumtenGraben in ein regelrechtes Parterre mit Teppichmuster, wie sie Boyceau zeichnete; sofand es Le Nötre vor und scheint auch daran einstweilen nichts geändert zu haben,denn das erste Wasserparterre erscheint erst auf den Bildern, die schon das durchLe Vau erweiterte Schloß zeigen. Von der großen Terrasse führten ursprünglich nursanft geneigte, halbkreisförmige Wege in das Parterre der Latona, das von seiner Ge-stalt damals den Namen Hufeisen, fer-ä-cheval, trug. Erst im Jahre 1666 legte hierLe Nötre das imposante Treppensystem an, das dem Repräsentationsgarten den Zuggewaltiger Größe gab, der doch wieder erst seine volle Bedeutung und Berechtigungdurch Le Vaus Neubau erhielt. In diesen Jahren wurde auch der Schmuck derbeiden Bassins am Beginn und am Ende der großen Königsallee durchgeführt, derder Mittelachse des Gartens den bestimmten Rhythmus geben sollte. Hatte manschon in der Grotte den höfischen Kultus des „Roi Soleil" begonnen, so war dieBrüderschaft des irdischen und himmlischen Sonnenkönigs jetzt eine so geflissentlichallgemeine geworden, daß sich, der ganze Garten in einen Sonnentempel umwandelnmußte. Der Schmuck des Beckens im Hufeiscnplatze schildert die Geburt des Latona-sohnes (Abb. 401). Auf einer Insel in der Mitte lieht die Göttin, die Zwillinge nebensich, den Zorn Jupiters auf das rohe Volk herab, das, rings in dem Becken zerstreut,die Göttin mit Wasserstrahlen anspeit, die aus Fröschen oder Froschmäulern auf