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2 (1914) Von der Renaissance in Frankreich bis zur Gegenwart
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Die erste Orangerie

12. KAP.

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zwischen boten amphitheatralisch aufsteigende Sitzreihen den Zuschauern Platz, dievon hier die Schaustücke, Aufzüge und Ritterspiele und zum Schluß das herrliche Feuer-werk, in dem nach der Entzauberung Ruggieos die Zauberburg in Flammen aufging,gut übersehen konnten. An einem anderen Tage war 100 Schritt weiter ein improvi-siertes Theater, mit einem Leinwandtuch überdeckt; dort wurde MolieresLa Princessed'Elide" aufgeführt. Wasserspiele in den Schloßgräben, eine königliche Lotterie be-endeten die bunten Feste. Sie konnten ganz gelingen, weil man vom schönsten Wetterbegünstigt war. Trotzdem waren die Höflinge, wie Madame de Sevigne 12 erzählt,wütend, denn der König hatte 600 Personen geladen, kümmerte sich aber nicht im ge-ringsten, wie sie unterkamen,so daß die Herren de Suisse und Elbeuf kein Loch alsUnterschlupf hatten".

Abb. 397

Versailles,

Schlößchen

Ludwigs XIII .

mit der ersten

Orangerie

von Le Vau

Stich vonI . Silvestre

Indes dachte der König immer noch an keine Erweiterung des Schlosses. Mit größtemEifer aber wurden die Arbeiten im Garten gefördert. Schon vor 1664 wurde unter demSüdparterre die Orangerie gebaut (Abb. 397), sie war nur halb so breit wie die heutige,entsprechend dem kleinen Schlößchen, hatte 12 schmale Bogen, vor denen sich dasParterre mit einem Bassin erstreckte, das im Sommer die Orangenbäume aufnahm,190 Bäume hatte sich Louis XIV. aus Vaux nach Versailles verpflanzen lassen, er hattesie von Fouquets Gärtner, La Quinteny, den er auch gleich in seinen Dienst nahm, hier-her transportieren lassen. Über der Orangerie lag das Parterre des fleurs, das schon zuLudwigs XIII. Zeiten bestand, daBoyceau dafür die Zeichnung entworfen hatte. DiesesParterre, nach dem Schloßgraben zu mit einem Holzgitter abgeschlossen, blieb in seinerGröße auch bei der ersten Schloßerweiterung bestehen; erst viel später wurde es um dasDoppelte erweitert (Abb. 396,16), und überschaute von 1678 an die von Mansart erbauteneue Orangerie und darüber hinaus das mächtigepiece d'eau des Suisses" (15), zu dessenSeiten Küchen- und Baumgärten angelegt wurden. Nach Norden hin aber erhielt die ent-