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Vaux -le- Vicomtc
12. KAP.
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zarins Gunst hatte er noch keinen Grund zu zweifeln, seine Ernennung zum alleinigenFinanzminister stand nahe bevor, und Colberts Rivalität glaubte er gering achten zukönnen. Der junge König, gedankenlos in allerlei Liebeshändel und Vergnügen ver-strickt, schien nicht die geringste Lust zu verspüren, jemals die Zügel des Staates selbstin die Hand zu nehmen. Um das Terrain für Schloß, Garten und die nötige Freiheitder Umgebung zu erlangen, mußte man drei Dörfer aufkaufen und niederreißen. Miterstaunlicher Schnelligkeit wuchs der Bau aus seinen Fundamenten, dem allmächtigenFinancier standen unerschöpfliche Mittel zu Gebote, er drängte die Arbeiten mit fieber-haftem Eifer— zeitweise sollen 18000 Arbeiter zugleich beschäftigt gewesen sein —auf16 Millionen Livres schätzte man die Kosten. Das Schloß ist ein reich durch Pavillons ge-gliederter Bau, rings von breitem Graben umschlossen (Abb. 392). Das verstand sich füreine Landhausanlage ganz.von selbst, fast alle Schlösser, und nahezu ausnahmslos ge-rade die Neubauten, waren in Frankreich damals noch Wasserschlösser, Ruel, Liancourt,Ludwigs XIII. Bau in Versailles ebenso wie Vaux-le-Vicomte. Vor dem Schloß 2 entfaltetsich der breite Eingangshof, die cour d'honneur, abgeschlossen durch eine halbrundeprächtige Balustrade und vornehme Schrankengitter, auf die strahlenförmig die breitenParkzufahrtwege führen. Die Ställe zu beiden Seiten des Hofes verdeckten Wirtschafts-höfe und Gemüsegärten. Auf der anderen Seite des auf künstlich aufgeworfener Ter-rasse liegenden Hauses gibt ein Vorplatz innerhalb des Grabens, den rings eine Balustradesäumt, schönsten Überblick über den größten Teil des Gartens. Dieser Garten wurdevielleicht noch vor der Grundsteinlegung des Schlosses begonnen; schon im Jahre 1652widmet der Herausgeber Claude Mollets Werk „Le Theätre des plans et jardinages"Fouquet, indem er von den prächtigen Gärten von Vaux-le-Vicomte spricht, wo „Siehöchst angenehm die Kunst mit der Natur streiten lassen und wo Sie täglich neueSchönheiten und neue Bereicherungen hinzufügen". Es muß also schon damals eifrigan den Gärten gearbeitet worden sein 3 . Jedenfalls blühten sie bei Vollendung desSchlosses in voller Schönheit. Fouquet hatte gleich zur Ausmalung seines Schlosses undder anderen Räume der Villa den damals schon berühmten Maler Charles Le Brun fürsich gewonnen. Le Brun nun empfahl dem Finanzminister seinen jungen Freund Andrele Nötre, der wie er Malerei studiert hatte, den er bei ihrem gemeinsamen Lehrer SimonVouet kennen und lieben gelernt hatte, und dessen dekorative Phantasie und Kennt-nisse in der Gartenkunst er bewunderte. Le Nötr^hattaseine^Gaxi£iikenntnisse ausdem Vaterhause mitgebracht. Sein Vater war Intendant der Tuileriengärten. Hierin Vaux-le-Vicomte sollte er sich nun seinen Meisterrang erwerben, der ihm von da andurch ein halbes Jahrhundert unbestritten von ganz Europa zuerkannt wurde. Made-moiselle de Scudery, die Vaux bald nach seiner Vollendung in ihrem Roman „Gehe"schildert 1 , findet „das bemerkbarste ist, daß dieser große Garten zwischen zwei Boskettsliegt, die die Augen anmutig aufhalten". Die feine Beobachterin hat damit sofort dasEigenartige dieses Gartenbildes erfaßt. Wir stehen mit ihr auf der Schloßterrasse, vonder eine Zugbrücke über den Graben in den Garten führt (Abb. 393). Zu beiden Seitendes Schlosses liegen fontänehgeschmückte Parterres, die absichtlich in einfachen Liniengehalten sind, um das Auge von dem reichen Parterre de broderie, das unter dem Hauseliegt, nicht zu sehr abzuziehen; rechts und links von diesem liegen Blumenparterres, diesich durch phantasievolles Brunnenspiel auszeichnen (Abb. 394). Die meiste Bewunde-rung erregt ,,la fontaine de la couronne", die eine Strahlenkrone auf dem kristallenen