11. KAP.
Wallensteinsche Gärten
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■dessen Bau er unaufhörlich betreibt. Der Garten, den er sich hinter dem Schlosse an-legte, scheint ähnlich wie der später in Prag ausgeführte entworfen zu sein. Im Juni1630, kurz ehe er nach dem Sturz durch den Regensburger Fürstentag in Gitschin seineResidenz aufschlug, schreibt er: „ist mir recht, so ist in dem disegno vom Garten keineFontana gleich vor der Loga designiert gewest. Sagt dem Baumeister, daß gleich in derMitte auf dem Platz vor der Loga muß eine großmächtige Fontana seyn, dahin allesWasser laufen wird, alsdann ausderselben, daß sich das Wasser aufdie rechte und linke Hand teilt,und sie andere Fontänen so inden Quadri seyn, laufen macht.Schickt mir das disegno vom Gar-ten, wie nicht weniger von einerjeden Fontana mit Numeri und ge-schrieben, was ein jeder bedarf" 49 .Gitschin hatte einem Landschlossegemäß einen bedeutsamen Park,von dessen 12000 in im Geviert be-tragenden Quadrat eine breite, vier-fache Lindenallee nach der Stadtführte. Der Fürst ordnete Wächteran, „damit die Linden von denvollen, aus der Stadt kommendenLeuten nicht verderbt werden". ImParke zog der Herzog die seltenstenausländischen Bäume und Sträu-cher. Das Wasser des Gartens, dersechs Springbrunnen und einenSchwanenteich hatte, war in achtkünstlichen Wasserleitungen her-beigeführt; ein Fasan- und Tier-garten fehlte nicht. Eine deutlichereVorstellung können wir uns nochheute von dem Garten seiner städ-tischen Residenz in Prag machen,„des Herzogs Haus", dem seine Fürsorge in den letzten Jahren vor seiner Ermordunggalt. Einige zwanzig Bürgerhäuser und andere Gebäude ließ der Fürst niederreißen, umhier einen prächtigen Palast anzulegen. Auch hier schmückt wie in Gitschin die Garten-front des großen, unregelmäßigen Baues eine offene Loggia in rein italienischem Stile(Abb. 391). Auf einer Seite liegt das Badekabinett des Fürsten, als Grottenarchitekturbehandelt. Eine Wendeltreppe führt von hier zu des Herzogs privatem Arbeitszimmerhinauf. Vor dieser Loggia liegt ein breiter Gartenplatz mit einer schönen Fontäneals Mittelpunkt, ringsum ein Parterre von vier Beeten. Die Ungunst der Lage läßtdem Garten nicht zu, sich von hier aus in seiner ganzen Länge zu entfalten, so daßweder die edle Loggia, noch der Garten zu einem vollendet geschlossenen Bilde kommt.
Abb. 39 JWallenstein-garten in Prag,Blick auf dieLoggia
Nach einein.Aquarell