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/. Boyceau
9. KAP.
Jean Robin, legten ihre Akklimatisationsgarten in Paris zu dem ausgesprochenenZwecke an, um den Stickern neue Blumenvorlagen zu liefern, und für die weitereVerbreitung der Pflanzen dienten dann wieder kolorierte Kupfer, so daß hier dieModeeitelkeit der Gartenkunst ebenso, wie der wissenschaftlichen Botanik, Vorschubgeleistet hat 59 .
Der bedeutendste unter den Parterrezeichnern dieser Zeit war Boyceau. Er schreibtsein Buch „Traite du jardinage" in seinen letzten Lebensjahren; 1638 wurde esnach seinem Tode herausgegeben. Er stand schon an der Schwelle einer neuen Zeit.Die umständliche Einteilung Oliviers de Serres in vier oder fünf verschiedene Garten-arten verwirft er, ihm genügt es, einen Lust- und einen Nutzgarten zu unterscheiden,
Abb. 335
Tuilerien-
garten,
Parterre
Stich vonPerelle
die bei kleinsten Anlagen auch wieder noch häufig ineinandergehen mögen. Bei demLustgarten, der Anlage von Parterres, Alleen, Bosketts. dringt er vor allem auf Pro-portion ; die Höhe der Bäume, der Hecken, muß mit der Breite und Länge der Wegein wohlüberlegtem Einklang stehen, das Parterre braucht die Umgebung von erhöhtenTerrassen, Galerien, Berceaux, die er alle zusammen unter dem anschaulichen Be-griff „corps de relief" zusammenschließt. Neben der Proportion will er vor allem,trotz strengster Symmetrie, Abwechslung; „es ermüdet mich außerordentlich", schreibter, „wenn ich alle Gärten nur in geraden Linien angelegt finde, die einen in vier Quadrate,die andern in neun oder sechs, und niemals etwas anderes" 59a . Aus solchem Empfindenschuf Boyceau die neuen Parterres für den Tuileriengarten, deren besonders schöneZeichnung auch noch von der nächsten Generation sehr bewundert wurde (Abb. 335).Boyceau ist schon als Vorläufer der großen französischen Gartenentwicklung anzu-sehen, doch gehörte die erste und kräftigste Zeit seiner Wirksamkeit noch Heinrichdem Großen an.
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