Druckschrift 
2 (1909)
Entstehung
Seite
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seine Militärzeit zu Ende ging, bei einer Parade erblickte.Kolb machte David einen Besuch und verliebte sich in diedicke Marion, bei der er alle die Eigenschaften entdeckte,die ein Mann seiner Klasse von einer Frau verlangt: diestrotzende Gesundheit, die die Wangen bräunt, die männ-liche Kraft, mit der Marion eine Form mit Lettern ohneSchwierigkeit heben konnte, die Frömmigkeit, auf die dieElsässer Wert legen, die Treue gegen die Herrschaft, dievon einem guten Charakter zeugt, und schließlich die Spar-samkeit, der sie eine Summe von tausend Franken, Wäscheund Kleider verdankte, die so rein gehalten waren, wie esin der Provinz der Brauch ist. Marion, die dick und fettund sechsunddreißig Jahre alt war, fühlte sich sehr ge-schmeichelt, Gegenstand der Aufmerksamkeit eines Wohl-gestalten Kürassiers von fünf Fuß sieben Zoll zu sein,der ein kräftiger Kerl war, und brachte ihn natürlich aufden Gedanken, Drucker zu werden. In dem Augenblick,in dem der Elsässer endgültig verabschiedet wurde, hattenMarion und David einen ansehnlichen Bären aus ihm ge-macht, obwohl er nicht lesen und schreiben konnte. Esgab während dieser drei Monate nicht so fürchterlich vielAkzidenzaufträge, daß Cerizet sie nicht erledigen konnte.Dieser Cerizet war also zugleich Setzer, Metteur und Faktorder Druckerei und verwirklichte demnach, was Kant einephänomenale Dreiheit nennt: er setzte, korrigierte seinenSatz, schrieb die Bestellungen ein und zog die Rechnungenaus; aber die meiste Zeit über hatte er nichts zu tun undlas in seinem Verschlag Romane, bis wieder ein Plakat odereine Einladungskarte bestellt wurde. Marion, die vomalten Sechard ausgebildet worden war, schnitt das Papierzurecht und befeuchtete es, half Kolb beim Drucken,hängte es zum Trocknen auf, beschnitt es und besorgtedeswegen doch die Küche, für die sie am frühen Morgenauf den Markt ging.202