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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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Jagdschlösser um Madrid

8. KAP.

Abb. 297Treillage, ausdem könig-lichen Garten inMadrid

Nach Baumont

ihren (der Neugierigen) Füßen heraus, es fällt von den künstlichen Vögeln, die aufden Bäumen sitzen, ein reichlicher Regen herab, der sie durchnäßt; andere Strahlen,die sich kreuzen, indem sie aus den Mäulern von Tieren und Statuen hervorspringen,durchnässen einen in einem Augenblick, daß man nicht weiß, wie sich retten" 32 .Noch heute kann man in der Allee, die neben dem Tajo der Palastfront entlangläuft, los Burladores genannt, viele von diesen Wasserscherzen bewundern. Dieserwasserdurchrauschte Garten wurde, ohne einen einheitlichen künstlerischen Planzu haben, durch das breite Band des Tajo, der ihn rings umströmt, zusammen-gehalten (Abb. 298). Glänzend und prächtig von einem natürlichen, kaskadenartigenWehr belebt, fließt er an dem Hauptparterre, das östlich vor dem Haus liegt,vorüber, das allerdings in seiner heutigen Anlage erst dem XVIII. Jahrhundertangehört; der große Herkulesbrunnen zum Abschluß dieses Parterres ist erst 1827gesetzt worden. Noch später ist der Jardin del Principe und der anmutige Garten

der Casa del Labradorentstanden.

Neben dieser Som-merresidenz hatten,gleich nachdem Ma-drid endgültig zurHauptstadt des Lan-des erklärt wordenwar, eine Reihe vonJagdschlössern rings-umher eine erhöhteBedeutung erhalten.Die Fürsten des Hau-ses Habsburg warenalle große Jäger, undvon jeher war die Jagd um Madrid, besonders in den ausgedehnten Ländereien imNorden und Westen, berühmt. Karl V. hatte sich ein altes Jagdschlößchen amManzanares, El Pardo genannt, aufbauen lassen, und zwar als einen Zentralbau mitEcktürmen, ein für Jagdschlösser noch auf lange hinaus beliebter Grundriß. AuchPhilipp IL liebte es sehr, er schmückte es mit Gemälden und hatte hier seine be-rühmte Porträtgalerie von Zeitgenossen, von Antonis Mor gemalt, untergebracht. EinGarten von irgendeiner Bedeutung scheint damals hier noch nicht bestanden zu haben.Seinen Töchtern, die ihm von einer Spazierfahrt in das Jagdschlößchen berichtet haben,schreibt er, daß dieses im Winter vielleicht noch schöner sei als im Sommer, da ihm dasGrün der anderen Schlösser mangele 33 . Erst Philipp IV. ließ auch dort Cosimo Lotti seineKunst versuchen. Hier hat sich dieser Künstler nicht den florentinischen Garten zumVorbild genommen; gerade in der Zeit, als Lotti nach Spanien kam, übertraf der Ruhmder römischen Gärten, besonders der Villen von Frascati, alle andern. Die Theater-wand (Abb. 299), die er im Garten des Pardo als Verkleidung der Terrassenmauer an-legte, mit ihren Nischen, in denen jedenfalls Brunnen geplätschert haben, die Wasser-treppe, die in der Mitte dem Schlosse gegenüber die Wand durchschneidet, der triumph-bogenartige Abschluß der oberen Terrasse, die Art, wie er das ganze aufsteigende Bild