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Cosimo Lotus Tätigkeit in Aranjuez
8. KAP.
Abb. 295Aranjuez,Tritonen-
brunnen
Gemäldevon Velasquez
mit dem spanischen Hofe zu halten. Die Mediceer besonders sandten dem König Archi-tekten, Ingenieure und Gärtner.
Der Künstler, dem die Blüte spanischer Gärten in dieser Zeit in erster Linie zuge-schrieben werden muß, war der Florentiner Cosimo Lotti 29 . Er war ein Schüler Bar-lottis und ein jüngerer Genosse Buontalentis. Alle diese Künstler waren zusammen inPalazzo Pitti und Giardino Boboli beschäftigt, wo eben nach 1620 eine neue Bauperiodeeingesetzt hatte. Cosimo Lotti, der sich besonders als Theaterbaumeister, Festdekora-teur und Gartenarchitekt ausgezeichnet hatte, war ganz der Mann, wie man ihn inMadrid brauchte, als er im Jahre 1628 dort erschien, begleitet von zwei Gärtnernaus dem Giardino Boboli. Zuerst stellte ihn Philipp und sein allmächtiger Minister
Olivarez vor die Aufgabe, die Gär-ten von Aranjuez umzugestalten.Er gab dem Inselgarten den Cha-rakter eines reichgeschmücktenBrunnenbosketts. Die Spuren desEinflusses des Boboligartens emp-fangen uns gleich beim Eintritt(Abb. 294): den Herkulesbrunnenbildet ein großes Bassin, in dessenMitte eine Insel eine Brunnen-schale trägt, auf der ein keulen-schwingender Herkules steht; zweiBrücken mit Statuen führen vonhier über das große Bassin. Dieseganze Anlage ist ein vereinfachterIsolotto aus dem Giardino di Boboli.Überall an den Kreuzungspunktender Alleen auf runden oder acht-eckigen Plätzen stehen Brunnen;einen der anmutigsten, der aberheute in den Palastgarten vonMadrid überführt ist, hat Velas-quez gemalt (Abb. 295). Alle Besucher des XVII. Jahrhunderts sind einig, daß die größteSchönheit dieser Gärten in der Fülle ihrer Brunnen besteht 30 , zu denen jede Zeit immerwieder neue hinzugeschaffen hat (Abb. 296). Die Komtesse d'Aulnoy 31 , die Aranjuez1679 besucht, findet davon eine so große Zahl, daß es unmöglich sei, eine Allee zu durch-schreiten, in ein Kabinett, ein Parterre oder auf eine Terrasse zu treten, ohne überall fünfoder sechs mit Statuen geschmückte Bassins zu sehen. Sie schildert mehrere dieser Brun-nen, die alle das Tajowasser künstlich zu großer Höhe treiben; einer liegt auf einer künst-lichen Erhebung in dem sonst ganz ebenen Garten: die Göttin Diana steht auf einem Berg,auf dem Jagdtiere klettern; von dem kunstvoll verschnittenen Myrtenplatze aus werfenversteckte Amoretten Wasser auf die Tiere. Auch ein Parnaß mit einem „Helikon" ge-nannten Wasserfall fehlt nicht. Ein anderer Brunnen, wo das Wasser aus vier großenBäumen ganz überraschend herabfällt, erinnert an arabische Brunnenscherze und wirdwohl auch von solchen seinen Weg direkt nach Aranjuez gefunden haben. Ein reizvolles