Druckschrift 
1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
Seite
377
Einzelbild herunterladen
 

8. KAP.

Sevilla, Alcazar

377

östlich von den Gebäuden. (Abb. 284 und 285). Don Pedro hatte ihn ursprünglich an-gelegt, seine heutige Gestalt erhielt er jedoch erst im XVI. Jahrhundert durch Karl V.Doch auch von dem Garten gilt das gleiche, wie von der Anlage der Gebäude, trotz-dem immer wieder neue Generationen daran gebaut und gebessert haben, kann derGrundcharakter, der ihn eng verwandt mit den Gärten der Alhambra und des Generalifemacht, nicht verwischt werden. Völlige Abgeschlossenheit war auch für ihn Hauptbeding-nis, dazu dienten die hohen Mauern, die ringsum wohl schon unter Pedro mit Galerienverkleidet waren (Abb. 286); heute sind sie mit barocker Grottenkunst geschmückt, indie allerlei alte Werkstücke vermauert sind. Der Eingang (Plan A) in den vertieft liegen-

Abb. 286

Alcazar,

Sevilla,

la Galleria de

Don Pedro I .

Phot.

den Garten befand sich immer zur Seite, ohne architektonische Verbindung mit dem Hause;von einem großen Teich daneben (G) stieg man zu den Bädern der Maria Padilla herab,vor denen sich ein kleines Parterre erstreckte. Der große Garten senkt sich nach Westenin niederen Terrassen. Als hinteren Abschluß des Mittelweges erbaute Karl V. einenPavillon imMudejarstil (J), der im Innern mit Azulejos, das heißt bunten Kacheln, ge-schmückt ist (Abb. 287). Als Endpunkt der östlichen Mauergalerie liegt ein Garten-haus (F), das in die Obstgärten (E) überleitete. Neben dem Pavillon Karls V. lag ein ande-res großes Wasserreservoir (H), das nach dessen Mutter Johanna, der Wahnsinnigen, ge-nannt wurde. An den Kreuzungspunkten der gepflasterten W T ege stehen Fontänen, um dierunde Steinsitze führen. Und wie in Generalife steigen überall aus verborgenen Röhrenfeine Strahlen auf, die j den Sorglosen durchnässen. Die ausgesparten Beete sindin geometrischen Figuren ausgelegt und überall mit Hecken umsäumt. Eine Neue-