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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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7. KAP.

7. KAP.

Rom, Villa Albani

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die Pflanzenwelt muß sich zum Ornament bequemen. Im einzelnen werden wir der Aus-artung und Verwahrlosung des Geschmackes gar vieles finden. Als Ganzes aber ist VillaCollodi ebenso wie Isola Bella ein Repräsentant der prächtigen reichen Gartenkunstdes italienischen Nordens in der zweiten Hälfte des XVII. Jahrhunderts.

Viel größere Einfachheit und Vornehmheit hat sich der römische Garten gewahrt,und seine Schöpferkraft sollte sich auch noch einmal in einer Zeit bewähren, in der nichtnur der französische Stil seine Weltherrschaft behauptete, sondern wo man von Englandaus eine Revolution gegen alleGrundfesten des architekto-nischen Gartenstils angefachthatte. Die Villa Albani 195 (Abb.276), eine Schöpfung aus derMitte desXVII I.Jahrhunderts,hat einen durchaus römischenCharakter, so daß sie trotz ihrerspäten Entstehungszeit denSchluß dieser italienischen Ent-wicklung machen darf. Für denDeutschen hat derName dieserVilla immer einen besonderenKlang, daWinckelmann der Be-rater ihres Erbauers, des Kardi-nals Albani, war. Wenn dieserauch auf die Gestaltung desGartens wenig unmittelbarenEinfluß gehabt hat, so wirktedoch der klassische Geist, derdurch ihn und mit ihm er-blühte, in allen diesen Anlagen.Der Kardinal hatte Villa undGarten, auch dies in Anlehnungan römische Tradition, in ersterLinie als Rahmen für seine an-tiken Kunstschätze bestimmt.So gehört Villa Albani als letztespäte Blüte in die Reihen der Villa Medici, Mattei, des Kasino Borghese. Der Garten ent-faltet sich in doppelter Achsenbildung, entsprechend den beiden Eingangstoren, die ,,en-trata nobile" an der Via Salaria führt zuerst in das zur Seite des Kasinos gelegene Boskett,das in seiner sternförmigen Anlage von Villa Ludovisi und ähnlichen Vorbildern beeinflußtsein mag, die Endpunkte sind auch durch Statuen bezeichnet (Abb. 277). Die Hauptalleeleitet an einer Granitsäule mit dem Familienwappen vorüber zuerst auf ein paar Stufenzu einer oberen Terrasse, die mit Brunnen und Rasenstücken einfach angelegt ist, vonhier geht man auf einer Rampentreppe in das tiefer liegende Hauptparterre, das wiederdurch eine Hecke auf der andern Seite von der Orangerie getrennt ist, wo das Auge alsSchlußpunkt einen schönen Brunnen findet. Von der oberen Terrasse hatte man einst den

Abb. 280Villa Albani,Rom,

Zypressenwandmit Statuen

Phot.