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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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Villa Montalto

7. KAP.

Ehren überhäuft habe 158 . Die Anekdote zeigt, wie den Römern die Größe und Herrlich-keit dieses Gartens imponierte. Ein Hauptgrund für die Unterbrechung aber wird dertiefgefühlte Wassermangel in jenem Teile Roms gewesen sein. So war es denn die ersteRegierungshandlung des Papstes, daß er am Tage seiner Stuhlbesteigung DomenicoFontana beauftragte, den Bau der Wasserleitung, der Aqua Feiice, zu unternehmen.Er schuf damit ein Werk, „das vor allen übrigen Päpsten in der Stadt ihm ein ruhm-volles Andenken gestiftet hat" (Ranke). In zwei Jahren war das Riesenwerk vollendet,das Papst und Baumeister mit unbändigem Stolze erfüllte. Die ganze Stadt nahm andem Jubel teil, und Torquato Tasso feierte es in pomphaften Stanzen: er begleitet das

Abb. 232

Villa Montalto,

Rom

Stich von Falda

Wasser auf seinem unterirdischen Pfade, bis es freudig die Sonne begrüßt, die auchAugustus beschien. Man fühlte, daß hier etwas antiker Größe Würdiges geschaffen war,und feierte es mit antikem Geist. Der Papst ließ zuerst einen Arm der Wasserleitungdurch seinen Garten und von dort weiter nach dem Quirinal führen, während der andereauf dem Thermenplatz in dem Mosesbrunnen hervorsprudelte.

Die Villa Montalto (Abb. 232), noch vor wenigen Jahrzehnten „auch in ihrem verwilder-ten Zustande schön und ehrwürdig" 159 , ist heute völlig von dem Häusermeer verschlungen,das sich auf Esquilin und Viminal zwischen die Kirche S. Maria Maggiore und den Ther-menplatz drängt. Ihr Erbauer, Domenico Fontana, ist der Begründer einer ganzen Archi-tektenfamilie, die im XVII. Jahrhundert ihren Ruhm in erster Linie durch Anlage vonGärten erlangt hat. Domenico hatte sich dem Schicksal seines Herrn ähnlich vomMaurerlehrling im Dienste Sixtus V. bis zu seinem Baumeister emporgeschwungen; erwurde fast ausschließlich vom Papste beschäftigt. Das Kasino der Villa war nicht groß undseine Fassade nur durch eine schöne Eingangsloggia ausgezeichnet. Fontanas besondere