7. KAP.
Villa Medici
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Francesco Medici das Grundstück kaufte, hatte es verschiedene Male seinen Besitzer ge-wechselt. Zur Zeit als Ligorio hier seinen Phantasieplan des antiken Treppenaufgangeszeichnete, also etwa 1550, war ein Kardinal Crescentio hier Besitzer einer Vigne. Bald dar-auf kaufte sie Kardinal Ricci da Montepulciano 147 , der Günstling der Mediceer, der dort eineVilla nach dem Plane Annibale Lippis 118 zu bauen begann. Doch scheint der Bau sehr lang-sam vorgerückt zu sein, denn Kardinal Medici kaufte sie in ganz unfertigem Zustande. Ervergrößerte nun den Garten gleich nach Nordosten durch ein Stück, das schon einer Für-stin seines Hauses, Catharina Medici, gehört hatte 149 . Er erst hat Villa und Garten zu ihrernoch heute ziemlich bewahrten Gestalt erhoben, sie muß als sein Werk angesehen werden.Das Kasino hat nach der Straße zu ein Unterstockwerk mehr, das ihm dort ganz denCharakter eines Palastes verleiht, ja durch eine gewisse nüchterne"Behandlung der ein-
Abb. 227Villa Medici,Rom,Gesamtplan
Stichvon Falda
zelnen Geschosse erhält es etwas Verschlossenes, Abweisendes, als wollte diese Fassade,samt der Mauer, auf der sie sich aufrichtet, nur als Wächter des Kleinods auf der Höhedienen. Die Gartenfassade im Gegenteil zeigt das vollendetste Bild heiterer Festlichkeit,das die Renaissance geschaffen hat (Abb. 228). Aus der dreiteiligen Säulenvorhalle trittman auf einen halbrunden Balkon, auf dem inmitten einer Brunnenschale Giovannis daBologna Merkur steht 160 . Statuen schmücken die Halle, und vorne an der Rampe warenzwischen den Säulen die zwei antiken Löwen aufgestellt, die heute in der Loggia dei Lanziin Florenz ihren Platz gefunden haben. Die ganze Fassade, die noch durch das einge-rückte, turmgekrönte Obergeschoß einen besonders leichten, zierlichen Charakter er-halten hat, ist mit antiken Reliefs bedeckt. Fernando Medici kaufte, wie früher erwähnt,im Jahre 1584 die ganze große Antikensammlung des Kardinals della Valle 151 fürseinen Garten; ein großer Teil dieser antiken Reliefs stammt dort her. Auch Fernando,der anerkannt größte Kunstsammler seiner Zeit, hatte, wie einst der Kardinal dellaValle und nach ihm viele andere 1513 , die Absicht, mit seiner Villa ein großes Garten-museum zu schaffen. Alles, Gebäude wie Garten, ist auf diesen Zweck gestimmt. Seit