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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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Quirinal

7. KA P.

Paul III. erzählt, daß er wenige Tage vor seinem Tode 1549 sich dort aufgehalten habe 140 .Einige Kardinäle besaßen hier schon Gärten, so der Kardinal Carpi, der dort eine reicheSammlung von Statuen untergebracht hatte, sein Garten war mit Pergolen und Grottenversehen und wurde allen Lebenden zum Vorbild aufgestellt. Auch Kardinal Ippolitod'Este, der Erbauer der Villa in Tivoli, hat hier schon vor 1550 Gärten gehabt, die sichdurch besonders künstlerisches Lattenwerk von Girolamo da Carpis Hand auszeich-neten. Einige dieser Gärten gingen nun durch Geschenk und Kauf in den Besitz desPapstes über und bildeten einen Teil des heutigen Geländes des königlichen Gartens 111 .Doch noch im Jahre 1580 zählt Montaigne unter den schönsten Gärten Roms auch dendes Kardinals d'Este auf dem Monte Cavallo auf 142 . Den Palast selbst hat erst Paul V.im Anfange des XVII. Jahrhunderts vollenden lassen. Der Garten aber muß in den zweiletzten Jahrzehnten des XVI. Jahrhunderts schon seine volle Schönheit erreicht haben(Abb. 226). Der Herzog Friedrich 143 sieht ihn 1599 und schildert ihn ganz ähnlich, wie45 Jahre später Evelyn 144 . Er rühmt neben der herrlichen Aussicht auf ganz Rom, denkostbaren Bäumen, Kräutern und fremden Gewächsen, die „vielen wunderbarlichen undseltzamen Wasserkünste", von denen er kaum den zehnten Teil melden kann. Doch nichtdie Wassertreppe, nicht der große Weiher interessieren ihn so, wie in einem halbrundenGewölbe das „herrliche Orgelwerk mit vier Registern gantz künstlich angerichtet, daß,wann mit einem Hahnen das Wasser darzugelassen, fangt es für sich Selbsten an, solieblich zu pfeifen, als wenn ein guter Organist darauf schlüge". Einen Lorbeerwald undviele von grünem Gewächs überdeckte Gänge rühmt er, „da allenthalben schöne Spritz-und Wasserwerk mit künstlich gegossenen und von Marmelstein gehawenen Bildern". Erschließt mit der melancholischen Betrachtung, die bei den Werken der Päpste mehr alsbei andern angebracht ist, daß „der, der es hat angefangen zu bawen, auch hat sterbenmüssen und dazu, ehe dann es ausgemacht worden". Die vertiefte Grotte mit demOrgelwerk und dem großen Weiher davor, der von Platanen umstanden ist, wird demMaderna zugeschrieben. Dieser Teil, der mit dem Gebäude zu keinem geschlossenenGesamtplan gezwungen ist, gibt dem Garten eine gewisse Terraingliederung 145 . Dergrößte ebene Teil zeigt die dichten Wäldchen und heckenumsäumten Wege (Abb. 227),die auch Evelyn besonders bewundert, zu seiner Zeit sind sie über mannshoch ausMyrten, Lorbeer, Orangen gezogen, ja sogar aus Efeu, letzterer über Lattenwerk. Aucher hebt die Orgel und die Wassertreppe hervor, letztere schildert er: „in einer der unter-irdischen Naturgrotten sah ich ein Bassin, das aus einem riesigen antiken Porphyr ge-bildet ist, aus dem eine Kaskade die Stufen der Grotte herunterführt, das Dach ist mitreichem Mosaikwerk ausgelegt". Evelyn hat gehört, daß der Gärtner jährlich 2000 Scudierhält, um den Garten in Ordnung zu halten; wenn er ihn aber zu den schönsten und an-mutigsten Roms rechnet 146 , so liegen die Vorzüge dieses Gartens nicht in einem ge-schlossenen künstlerischen Plan, sondern in der Zierde seiner einzelnen Schmuckanlagen.Fast gleichzeitig mit dem Quirinal entstand der Garten der Villa Medici auf dem MontePincio; er ist in seinem wesentlichen Teil eine große Aussichtsterrasse: ein ziemlichschmaler Streifen zwischen der alten Stadtmauer und dem Marsfeld, liegt er hoch aufdem Monte Pincio, dem Gartenberge der Alten. Doch was dem gewaltigen Palast aufdem Quirinal nicht gelungen war, Haus und Garten zusammenzuschließen, das hat hierder Baumeister in der Beschränktheit des Raumes in eigenartiger Abwechslung erreicht.Der Garten liegt auf dem Terrain der alten Gärten der Acilier. Gerade, ehe der Kardinal