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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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Abb. 208Caprarola,Kasino, Fluß-pferdtreppe

Phot.

gemächern ebenen Fußes in den Garten zu gelangen. Die Parterres zeigen noch heutedie alte Anlage, die Bepflanzung, die uns aus dem XVI. Jahrhundert nun wohlbe-kannt ist: die überwölbten Laubengänge, die kreuzweis den Garten durchschneiden,eine Fontäne im Mittelpunkt, und die von hohen Buchshecken umsäumten Beete mitObstbäumen bestanden, wie wenig hat sich hierin seit dem Mittelalter geändert! In denHauptachsen beider Brücken liegen schöne Grotten als Abschluß. Prachtvolle alte Platanenund Zypressen vorne an der mit Hermen geschmückten Balustrade stammen der Traditionnach aus der ersten Gründungszeit (Abb. 205). Das westliche Parterre schneidet tief in

den Berg ein, so daß das zwischenden beiden ausgesparte Dreieckals hohe Terrasse behandelt ist.Leider ist außer einer schmalenTerrasse über der Grotte des west-lichen Gartens nichts von weiterenAnlagen erhalten. Der Park, dersich nach drei Seiten um dieseSchloßgärten legt, ist völlig zumWalde verwildert. Dies ist um somehr zu bedauern, als dadurch derdiese vordere Gartenanlage mitdem Palazzino auf der Höhe(Abb. 206) des westlichen Hügels zueinem Gesamtbild vereinigendeEindruck gänzlich verwischt ist.Heute liegt das reizende kleine Ka-sino scheinbar außer Verbindungmit dem Haupthause auf der Höhe.Ähnlich wie die Villa Pia ist es wohlals ein Platz gedacht, wohin sich derHausherr mit wenigen Auserwähl-ten vor dem Lärm und der Prachtdes fürstlichen Haushaltes zurück-ziehen konnte, wie einst Pliniussich sein stilles Gartenhaus abseits vom Laurentinum erbaute, das er „amores mei, re veraamores" nennt. Diesen Titel wird gerne jeder auch dem lieblichen Werke der Renaissancegeben, wenn dem heute durch eine Tannenallee Heraufschreitenden das geschlossene Bilddes Kasino entgegentritt (Abb. 207). Zwischen den Seitenwänden mächtiger rustika-umsäumter Grotten steigt eine breite Treppe langsam an. In der Mitte ist sie von einemhellen schmalen Wasserstreifen durchschnitten, der in kettenartig ineinandergreifendenSteingliedern, ein Motiv aus Villa Lante nachahmend, gefaßt ist. Unten ergießt sich dasWasser in ein schönes Bassin, das einen Springbrunnen in die Höhe steigen läßt. Überder Treppe ist ein Brunnen von zwei imposanten Flußgöttern überragt, die ihr Wasseraus Füllhörnern in eine Vase schütten, von der es in ein klares Bassin fließt. Überdieser Brunnenanlage erhebt sich nun die luftige dreiteilige Säulenloggia des Kasino.Steigt man empor, so führen hinter der Flußgottfontäne wenige Stufen, von schönen