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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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7. KAP.

7. KAP.

Bramantes Hof im Vatikan

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scheinlich auch Raffaelsche Fresken unter sich begrub. Wieder muß der schon ge-nannte Bericht der venezianischen Gesandten helfen, den Zustand neun Jahre nachdes Meisters Tode zu vergegenwärtigen (Abb. 163). Flüchtig eilen sie durch dieseLoggien, die ihnen so lang erschienen, daß, wenn jemand am unteren Ende, ein andererin der Mitte, ein dritter am oberen stände, sie einander nicht erkennen könnten. Dochbemerken sie deutlich die drei Terrassen, die untere sei mit Rasen bepflanzt, die zweitewird nur als Erhebung,Monticello", charakterisiert. Auf der obersten sind Boskettsgepflanzt. Der Korridor, den sie durchschreiten, ist auf einer Seite durch Pfeiler ge-stützt, nach der anderen sind Balkons hinausgebaut, um die Aussicht auf dieprati

Abb. 163Belvedere,Zustand bei desMeisters Tode

NachLetarouilly

di Roma" zu gewähren 51 . Von den Treppen spricht der Bericht nicht, doch kann manaus diesem Stillschweigen nicht auf ihr Nichtvorhandensein schließen, denn sie eilen,wie erwähnt, flüchtig durch diese Teile des Vatikans, um von der schwer erkauften Er-laubnis, die Antiken des Belvedere zu sehen, möglichst lange Gebrauch machen zukönnen. Erst unter Pius IV., der, leichtlebig und geschmackvoll, sich an Festen freute,wurde von seinem Baumeister Ligorio der westliche Korridor aufgeführt und damitBramantes Werk nahezu ein halbes Jahrhundert nach des Meisters Tode vollendet.Aber nur für eine gar kurze Zeit durfte es unverstümmelt, Bewunderung und Nacheifererweckend, bestehen, ihm wie so vielen päpstlichen Kunstschöpfungen wurde die kurzeRegierungszeit des Herrschers zum Verhängnis. Glücklich der Papst, der genießend sichder Vollendung seines Werkes erfreuen konnte, mit dem Nachfolger kam nur zu oftein offen betonter Gegensatz, dem die künstlerische Umgebung entsprechen sollte.So waren denn auch Pius V. die unfrommen Feste seines Vorgängers ein Greuel.Zuerst wurde das Theater und der ganze übrige Hof seines heidnischen Statuenschmuckes