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Tref penbau — Rom
7. KAP.
bäumen. Unten auf der runden Talsohle, die nur von einer Seite Zugang hat, ist einimmergrünes Gehölz von Tannen und Zypressen, schön wie von dem besten Künstlergeordnet, das einen blumigen Rasen umgibt, in dessen Mitte ein Weiher von einemüber Felsen fallenden Bächlein gespeist wird 46 . Dieses Tal, halb Obstgarten, halb Wein-berg, halb Wald, wo der Dichter die Natur so bewundert, weil sie der Kunst so nahekommt, hat gewiß nichts mit einer Gartenanlage direkt zu tun, wir sehen aber doch dieVorbilder, an denen man lernen konnte, bis nun anderthalb Jahrhunderte später derfolgenreiche Schritt getan wurde, die Terrasse in den Kunstgarten einzuführen. Freilichist auch diese Tat nur eine Renaissance antiker Gedanken, die Alten haben mächtigeTerrassenbauten in ihren Gärten gekannt. Doch wenn irgendwo, so haben die Italienersie nicht nur aufs neue gefunden, sondern hierin den Garten mit neuen Gedanken zu un-geahnten Entwicklungsmöglichkeiten geführt. Wir müssen uns erinnern, wie der Villen-anlage der Alten der Gedanke eines großen, geschlossenen Gesamtbildes ganz ferne lag,wie besonders nichts in den erhaltenen Denkmälern oder literarischen Nachrichtenberechtigt, bei ihnen bedeutsame architektonische Aufgänge im Sinne der Renaissancezu suchen. Es fehlte ihnen neben dem Mangel der geschlossenen Einheit vor allem dieTreppe im Garten. Die italienische Renaissance, die gerade im Beginn des XVI. Jahr-hunderts sich der Lösung des Treppenbaues überhaupt als einer ihrer größten Aufgabenzuwandte, darf sich den Ruhm zuschreiben, die Bedeutung der Treppe für die Garten-anlage erkannt zu haben. Erst durch ihre Verbindung mit der Terrasse tritt die Archi-tektur recht eigentlich in den Garten hinaus und schließt ihn mit dem Hause zusammen.Für das Auge leicht faßlich, können ihre Hauptlinien im Garten wiederholt werden: zuden Langachsen, die durch die Hauptwege bezeichnet wurden, treten die Balustradender Terrassen als die dem Auge so notwendigen horizontalen Querachsen, verbundenwerden beide durch das Treppensystem. Die Futtermauern geben reichste Gelegenheitfür Grotten einerseits, andererseits für Wiederholung der Fassadenmotive etwa inPfeiler- oder Säulenstellung.
Mit dieser mächtigen Neuerung tritt Rom zuerst und gleich gewaltig fördernd in dieGeschichte der Gartenkunst ein. Erst verhältnismäßig spät konnte hier die Baulust derRenaissance erwachen. Als in Florenz schon die reichsten Bürger strebten, sichin herrlichen Palästen und Landhäusern zu überbieten, war Rom noch eine kleine un-bedeutende Stadt, die sich an den Krümmungen des Tiber zusammendrängte 47 . Dasmittelalterliche Rom war verwüstet, ,,an das Altertum war beinahe auch die Erinne-rung geschwunden. Das Kapitol war der Berg der Ziegen, das Forum Romanum dasFeld der Kühe geworden" 47 . Doch schon in Nikolaus V. war der große Gedanke leben-dig, Rom durch seine Bauten zu einer Hauptstadt der Welt zu erheben. In seiner be-rühmten Rede auf dem Sterbebette feuerte er die Kardinäle an, zu Ehren der Größeder Kirche Rom mit erhabenen Baudenkmälern zu erfüllen. Erst mußte aber ein Papstvon so unzähmbarer Energie, wie sie Julius IL besaß, den Stuhl Petri besteigen, ehe solchein Plan sich verwirklichen konnte. Gleich nach seinem Regierungsantritt berief er dengrößten Baumeister seiner Zeit, Bramante. Mit allen Mitteln sollte nun Ernst gemachtwerden mit NikolausV. Gedanken, den Vatikan in Größe und Ausdehnung zu dem erstenPalast und die Kirche des Apostelfürsten zu einem Wunder der Welt neu aufzubauen.Schon Innozenz VIII. hatte den Palast selber durch Neubauten erweitert und daszinnengekrönte Schlößchen auf der Höhe, das Belvedere, umgebaut. Julius beauftragte-